Vom Neo-Japonismus bis zur Plastik

Katja Rußhardt

Von Katja Rußhardt

So, 23. September 2018

Ausstellungen

Der Sonntag Sieben Künstlerinnen aus sieben Ländern zeigen in Freiburg kulturelle Vielfalt und Verbindendes.

Bienen kann man zurzeit hier sehen, doch das Museum Natur und Mensch in der Gerberau bietet neben Naturkunde im Erdgeschoss auch Einblicke in Kulturen der Welt. In der frisch eröffneten Ausstellung "Säule der Kulturellen Vielfalt" sind bis zum 18. November sieben Künstlerinnen aus sieben Ländern mit ihren Werken und einem zentralen Gemeinschaftsobjekt zu Gast.

"Die ethnologische Sammlung widmet sich immer auch Kulturen der Welt und mit zeitgenössischen Kunstausstellungen möchten wir uns als Ort der kulturellen Begegnung zeigen", erklärt Kuratorin Heike Gerlach. Carmen Luna, eine in Freiburg lebende peruanische Künstlerin, hatte vor drei Jahren die Idee für ein interkulturelles Kunstprojekt. Die Gründerin der Internationalen Frauenkunstgruppe "Rot" wollte mit sechs Kolleginnen ein Kunstwerk erarbeiten, das sowohl die Gemeinsamkeiten der unterschiedlichen Kulturen als auch Unterschiede zeigen sollte. Carmen Luna aus dem peruanischen Lima, Rie Takeda aus Japan, die Deutsche Heike Gohres und Gül Keetman aus der Türkei, Ana Pereira-Naundorf aus Uruguay, Nurit Bakaus, 1935 in Israel geboren, und Ingrid Petrie aus Südafrika: Zwischen 40 und 84 Jahre alt sind die erfahrenen Künstlerinnen, leben und arbeiten in Freiburg und haben bereits zusammen ausgestellt. Auch diesmal hat die Gruppe intensiv und mit großer Freude zusammengearbeitet. Es sei nicht einfach gewesen, sagt Carmen Luna, aber "eine bereichernde Erfahrung", die sie immer mehr zusammengeführt habe. Von Neo-Japonismus über Landschaften in unterschiedlichen malerischen Techniken bis zu geheimnisvollen plastischen Arbeiten: Je ein ausdrucksstarkes Werk jeder Künstlerin ist zu sehen, geprägt von der Kultur des Herkunftslandes, doch auch beeinflusst von Stationen gelebten Lebens. Im Zentrum: Das gemeinsame, namensgebende Kunstwerk, die "Säule der kulturellen Vielfalt" aus Leinenstoff, drei Meter hoch, mit einem Durchmesser von 1,10 Meter. Im seinem Inneren lose hängende, abstrakte Elemente beleben das Objekt, das luftig und leicht wirkt, aber auch Tragkraft und Stabilität vermitteln soll. Dass alle Kulturen letztlich miteinander verbunden sind, zeigen die vom Rund der Säule ausgehenden Schnüre.
Katja Russhardt

Säule der kulturellen Vielfalt, Museum Natur und Mensch, Gerberau 32. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr. Eintritt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro. Gespräche mit den Künstlerinnen bei der Sonntagsmatinee am 30. September und 18. November um 11 Uhr.