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27. Oktober 2011 13:22 Uhr

Tarife 2012

Autoversicherung: So lässt sich sparen

Die Wechselsaison in der Kraftfahrzeug-Versicherung beginnt: Noch bis Ende November können die meisten Versicherten ihre Verträge kündigen. Bei den Anbietern gibt es dabei große Unterschiede.

  1. Bei Autoversicherern gibt es große Unterschiede. Foto: Fotolia.com/contrastwerkstatt

Schon lange tobt ein Preiskampf unter den Autoversicherern. Jahrelang sanken dadurch die Beitragseinnahmen der Assekuranz. Zahlten die deutschen Autofahrer 2004 noch mehr als 22 Milliarden Euro in die Versicherungskassen ein, waren es 2009 und 2010 nur noch 20 Milliarden; in diesem Jahr werden die Beträge laut des Versicherungsverbandes GDV auf diesem Niveau stagnieren. Gleichzeitig stieg die Zahl der zugelassenen Fahrzeuge um mehr als zwei Millionen.

Die Autoversicherung ist für die Assekuranz ein Zuschussgeschäft. Die Konzerne dürften 2011 einige hundert Millionen Euro an Verlusten einfahren. Grund sind die Werbekosten, denn Autopolicen gelten als Türöffner für lukrativere Geschäfte wie den Abschluss einer Lebensversicherung.

Mit dem Preisverfall soll jetzt Schluss sein. Die Prämien sollen wieder steigen, heißt es in der Branche. Und das scheint auch zu gelingen. Nach ersten Schätzungen steigen die Autotarife im kommenden Jahr durchschnittlich um fünf Prozent. Doch weit größer sind die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Versicherern. "Fast jeder kann sparen", sagt die Stiftung Warentest. Selbst unter günstigen Kleinwagen-Tarifen gibt es noch Preisunterschiede von 100 Euro plus X. Häufig ist die Kluft besonders groß bei jungen Fahranfängern. Tarifeinsteiger zahlen ohnehin am meisten.

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Autofahrer sollten ihren alten Vertrag jährlich überprüfen. Was gestern günstig war, muss es im kommenden Jahr nicht mehr sein. Die Preise sind in Bewegung, nach oben und nach unten. Ein Autofahrer muss nur von Zell im Wiesental nach Freiburg umziehen oder älter werden und schon können sich die Prämien verändern. 2012 bekommen viele Wagentypen eine neue Typklasse verpasst. Häufig ändert sich auch die Regionalklasse.

Ein unabhängiger Treuhänder überprüft jedes Jahr die Schadenverläufe der einzelnen Pkw-Modelle sowie der regionalen Zulassungsbezirke. Zum 1. Oktober eines jeden Jahres wird dann auf dieser Basis eine Neueinstufung in die Typ- und Regionalklassen vorgenommen. "Die Statistik spiegelt die Schaden- und Unfallbilanzen eines jeden in Deutschland zugelassenen Automodells wider", erklärt der GDV. Die Typklasse ist eines der Merkmale, nach denen die Kfz-Versicherer die Beiträge für ihre Policen berechnen. In der Haftpflichtversicherung ändert sich dadurch 2012 für ein Drittel der Automodelle der Preis. Beispielsweise wird sich der Opel "Astra-G-Cabrio" gleich um vier Stufen verbessern. Das heißt allerdings nicht, dass jeder Opel-Fahrer nun weniger Versicherungsprämien zahlen muss: Zu den Verlierern in Vollkasko zählt unter anderem auch ein Opel ("Astra-J").

Doch der Preis ist selbst in der Kraftfahrt-Versicherung nicht alles. Oft werden die Leistungen – also die Qualität – eines Versicherungstarifs selbst bei Verbrauchertests kaum berücksichtigt. Noch recht jung sind Angebote mit Werkstattbindung. Die Versicherer wollen dadurch die Kosten besser in den Griff kriegen. Wer einen solchen Tarif abschließt, spart Prämien. Er ist jedoch verpflichtet, bei einem selbst verursachten Schaden den eigenen Pkw in einer vom Versicherer festgelegten Werkstatt reparieren zu lassen.

Vorbei ist es mit Lady-Tarifen. Da Frauen nur halb so viele schwere Unfälle wie Männer verursachen, honorierten das viele Versicherer mit niedrigeren Beiträgen. Der Bundesgerichtshof stoppte diese Praxis. 2012 werden die Versicherungskonzerne laut GDV nur noch geschlechtsneutrale Unisex-Tarife anbieten.

Tipps für Versicherte

– Einen ersten Überblick über das Marktgeschehen verschafft das Internet. Die Portale sollten mindestens 50 unterschiedliche Tarife vergleichen. Achten Sie darauf, dass die Ergebnisse der Online-Vergleiche auch wirklich aktuell sind.
– Fragen Sie zunächst beim eigenen Versicherer an: Oft genügt ein Telefonat, damit ein günstigerer Vertrag angeboten wird. Dieser kann billiger sein oder bessere Leistungen im Schadensfall bieten.
– Lassen Sie sich von mindestens drei Assekuranzen ein konkretes Angebot schicken. Wenige Telefonanrufe genügen so schon, um viel Geld zu sparen.

Autor: Hermannus Pfeiffer