Eine riesige Spaß- und Mitmach-Vorstellung

Jutta Schütz

Von Jutta Schütz

Do, 20. Oktober 2016

Bad Bellingen

Autor und Dozent Andreas Kirchgäßner aus Merdingen bietet Schülern der Sonnenrainschule in Rheinweiler eine tolle Lesung.

BAD BELLINGEN-RHEINWEILER (jut). Die Mimik, die Gestik, die verschiedenen Stimmen: Eine riesige Spaß- und Mitmach-Vorstellung in Sachen "Geschichten erzählen" bot Autor und Dozent Andreas Kirchgäßner aus Merdingen jüngst Schülern in der Sonnenrainschule. Finanziert hatte die Autorenlesung der Förderverein der Schule. Mitdenken war gefragt, und die Schüler waren begeistert bei der Sache.

"Was fliegt bei einem Schriftsteller so im Zimmer herum?" Kirchgäßner runzelt die Stirn und rollt mit den Augen. Allgemeines Kichern. "Buchstaben natürlich, und die stelle ich auf", sagt Kirchgäßner, während er so tut als würde er schwere Buchstaben aus dunklen Ecken ziehen und aufrichten. Die Kombination der Buchstaben ergibt das Wort. Viele Wörter sind dann ein...? "Satz", rufen die Kinder. Und viele Sätze werden zu einer Geschichte. Jetzt sind die Kinder schon voll im Geschehen. Vor allen Dingen, als Kirchgäßner sie nach eigenen Ideen für Geschichten fragt. Ein Junge berichtet von der Dampflockfahrt mit dem "Chanderli". Kirchgäßner poltert durch den Klassenraum, imitiert eine schnaufende Lok und Kohle schippende Schüler, die den Kessel so anheizen, dass die Dampflok keuchend Dampf ablässt. Natürlich kann er die komplette Geräuschkulisse wirkungsvoll nachmachen. Als Kirchgäßner dann beginnt, seine schwarze Tasche auf der Suche nach Geschichtenideen auszupacken, hängen die Schüler neugierig über den Stuhllehnen.

In der Tasche findet sich allerlei kurioser Krimskrams – die Kinder biegen sich vor Lachen. Ein gammeliger Fußball taucht auf, ein ausgelatschter Schuh und ein weißer Trichter. "Sieht aus wie eine Mini-Toilettenschüssel", prustet ein Junge. Mit dem Trichter kann man aber einiges anstellen. Hindurchgucken zum Beispiel: Dann erspäht man eine Seh-Geschichte. Ihn ans Ohr halten: Das ist dann eine Hör-Einfall-Geschichte. Oder man kann über den Trichter etwas schlucken. Richtig, das ist die Ess-Geschichte. Oder man hält ihn an die Nase: "Das ist die Riech-Geschichte", rufen die Kinder begeistert.

Plötzlich klingelt Kirchgäßners Handy. Am Telefon ist Lehrerin Mara Wilke. Und die will unbedingt eine Katzengeschichte hören, und gruselig und spannend sein soll die auch noch. Jetzt braucht der Autor Einfälle der Kinder. Was könnte eine Katze Spannendes anstellen? Kirchgäßner sammelt die Ideen und fordert ganz nebenbei die Schüler auf, ihm mit Hilfe der Eltern über E-Mail Geschichtenideen aufzuschreiben oder aufzumalen und zuzusenden. "Ich antworte garantiert", verspricht er. Währenddessen wird ein Beamer aktiviert, und auf der Leinwand erscheint Kirchgäßners Buch "Das alte Haus". Darin geht es um Katzen, mutige und ängstliche Freunde und um ein geheimnisvolles Gebäude. Die Zweitklässler wechseln sich mit Kirchgäßner beim Vorlesen ab. Allen gefällt das Buch. "Die Zeichnungen sind gut, haben Sie die auch gemacht?", fragt ein Mädchen. "Nein, die hat die Zeichnerin Irmgard Paule gemalt", so der Autor, der zum Schluss vier Bücher für die Schulbibliothek da lässt. "Super, super Vorstellung, Andreas Kirchgäßner würden wir sofort wieder einladen", sind auch alle Lehrer begeistert.