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20. Oktober 2010

Stellplätze sollen aufgestockt werden

Die Zahl der Wohnmobilstellplätze an der Balinea-Therme soll von 16 auf 28 erhöht werden / Gut angenommenes Angebot.

  1. „Gute Kundschaft“ oder „fahrendes Volk“? Die Wohnmobilisten, die rund ums Jahr an der Balinea-Therme stehen, sind in Bad Bellingen nicht unumstritten. Foto: Katharina Meyer

BAD BELLINGEN. Ein "emotionales Thema" hat der Gemeinderat von Bad Bellingen in seiner jüngsten Sitzung angepackt: Die Wohnmobilstellplätze an der Balinea-Therme. Diese sind so beliebt, dass ihre Zahl um weitere zwölf aufgestockt werden soll. Der Gemeinderat stimmte dem Antrag auf Förderung erst nach einer langen Debatte zu.

Derzeit sind an der Therme sechzehn Plätze ausgewiesen, die Plätze werden nach den neuen Plänen also nahezu verdoppelt. 110 000 Euro soll der Umbau des Parkplatzes kosten, was laut Beschlussvorlage aus Eigenmitteln der Bade- und Kurverwaltung bezahlt werden soll. Nun wurde ein Förderantrag verabschiedet, mit dem ein Zuschuss von 15 Prozent aus den Mitteln der Tourismusinfrastruktur beantragt wird. Nicht alle Gemeinderäte konnten sich für eine Erweiterung der Stellplätze erwärmen: Thomas Gerspacher (FWV) stimmte dagegen, drei weitere Ratsmitglieder enthielten sich.

"Der Zulauf auf die Plätze ist enorm", erklärte Bürgermeister Christoph Hoffmann in der Sitzung. Die Wohnmobilplätze seien ausgebucht. Sie seien auch eine rentable Sache: Denn die Wohnmobilisten zahlen acht Euro pro Nacht und zusätzlich Kurtaxe, außerdem für Strom und Dusche. Aus den zusätzlichen Stellplätzen seien Einnahmen von 23 000 Euro zu erwarten. Gleichzeitig werde mit dem Umbau für ein schöneres Bild gesorgt.

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Dass die Wohnmobilisten in Bad Bellingen nicht nur wohlgelitten sind, sondern auch auf Vorbehalte stoßen, wurde in der anschließenden Diskussion deutlich. Zahlreiche Gemeinderäte äußerten Vorbehalte gegen die Aufstockung der Plätze.

Er sehe die Notwendigkeit, räumte Thomas Gerspacher ein. Aber es sei ein emotionales Thema, weshalb er dagegen stimmen werde. "Das fahrende Volk vor der Therme passt mir nicht", erklärte er und kritisierte Optik und Ambiente. Mit dieser eindeutigen Haltung stand er alleine im Rat, doch viele sprachen ebenfalls Bedenken aus: So sorgte sich etwa Doris Heitz um den Verlust von Parkplätzen durch die Erweiterung sowie um das Parken der Wohnmobilisten auf Thermenplätzen. Auch die Kontrolle der Wohnmobilisten war ein Thema – so werde im Ort diskutiert, ob diese die Kurtaxe zahlten. Ob das mit der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer von zwei Tagen stimme, wollte Monika Morath wissen – und ob es zulässig sei, wenn die Camper dann drei oder vier Tage vor der Therme stünden.

Bürgermeister Christoph Hoffmann versuchte, die Einwände zu entkräften. Er warb außerdem um Verständnis für die Wohnmobilisten. "Sie sind sehr, sehr gute Kundschaft", betonte Hoffmann. "Das Angebot wird angenommen und wir müssen dem auch entsprechen", machte er klar. Es sei eine Klientel, die nur dorthin gehe – auch wenn man sie an den Campingplatz in Bamlach verweise. Die "Thermenhopper" würden niemandem etwas wegnehmen, so Hoffmann weiter. Man habe außerdem Mitarbeiter der Bade- und Kurverwaltung darin geschult, Tickets zu verteilen, sagte er, auch habe man im Parkplatzmanagement einiges unternommen. Nur an sonnigen Tagen, wenn zahlreiche Spaziergänger auch an der Therme parkten, könne es mit den Plätzen eng werden, meinte der Bürgermeister. Und weiter: Die Wohnmobilisten zahlten Kurtaxe, die Aufenthaltsdauer betrage im Schnitt 1,8 Tage, auch wenn der eine oder andere länger bleibe. Hoffmann verwies auch auf Bad Krozingen: Dort gebe es sogar 80 Plätze für Wohnmobile.

Über das Aussehen des Platzes könne man streiten, räumte er ein: Man könne auch noch einmal über eine massivere Hecke als Sichtschutz sprechen, so Hoffmann. Dann müsste man aber die Platanen fällen, die im Sommer Schatten spendeten. Da der Platz so beliebt sei, werde man außerdem langsam die Preise anheben, kündigte Hoffmann an. Das werde die Lücke zum Campingplatz schließen.

Er begrüße die Erweiterung, meinte Armin Held. Es sei werbewirksam, außerdem werde viel darüber berichtet, dass die Leute konsumierten. "Wir sollten dankbar sein, dass die Leute kommen." Es sei ihr wichtig, dass man nun eine Grenze ziehe, was die Anzahl der Plätze angehe, sagte Sonja Friedrich. Auch er habe überlegt, es bei dieser Parkplatzseite zu belassen, stimmte Hoffmann zu. Das könne man auch in den Beschluss aufnehmen.

Autor: Katharina Meyer