"Jetzt sind die Ideen der Bürger gefragt"

Susanne Müller

Von Susanne Müller

Fr, 21. März 2014

Bad Krozingen

Startschuss für die Bürgerwerkstatt zur Bad Krozinger Innenstadtentwicklung.

BAD KROZINGEN. Jetzt sind die Ideen der Bürger gefragt – das "Jahr der Bürgerbeteiligung" nahm am Mittwochabend im Kurhaus Fahrt auf. Die Resonanz auf die erste Bürgerversammlung fiel positiv aus. Erstes Resultat des Abends: Zahlreiche Interessenten trugen sich im Anschluss an die Bürgerversammlung gleich im Foyer in die ausliegenden Teilnahmelisten zur Bürgerwerkstatt ein. Am 7. Mai, 18.30 Uhr wird dann in der Landeck-Schule in Arbeitsgruppen mit der Arbeit begonnen.

Das Publikum
Mehr als 200 interessierte Bürger aus der Kernstadt sowie aus den Stadtteilen waren ins Kurhaus gekommen. Darunter auch Vertreter der Gemeinderatsfraktionen und der Agendagruppe sowie vom Gewerbeverband und dem Verkehrsverein, die alle in den Bürgerbeteiligungsprozess eingebunden werden sollen. "Sie haben es jetzt in der Hand, jeder kann mitreden", wandte sich Bürgermeister Volker Kieber an die Besucher, "geben Sie uns ihre Impulse."


Das Expertenforum
Zur Bürgerversammlung holte Bürgermeister Volker Kieber sich Experten aufs Podium, die den Prozess begleiten werden. Allen voran Alfred Ruther-Mehlis und Heidrun Fischer, beide vom Institut für Stadt- und Regionalentwicklung an der Hochschule Nürtingen-Geislingen (IfSR), die das Verfahren der Bürgerwerkstatt Innenstadtentwicklung vorstellten und die den Prozess moderieren und begleiten werden.

Darüber hinaus beleuchtete Kurdirektor Rolf Rubsamen die Aspekte der Stadtentwicklung mit Blick auf das Kurwesen und den Tourismus. Bauamtsleiter Paul Kopp gab den Besuchern einen Überblick über bereits realisierte Projekte. In Aussicht stellte er auch einen Kreisel für die Nordanbindung der B 3- Umfahrung bis 2015 sowie einen provisorischen Kreisel am Knotenpunkt in Richtung Kirchhofener Straße.

Rüdiger Kunst vom Fachbüro Kommunalkonzept informierte über den bis 2018 laufenden Sanierungsplan mit einem Volumen von 4,7 Millionen Euro, wobei bislang 1,5 Millionen Euro bewilligt und davon eine Million an Fördermitteln an die Stadt ausbezahlt wurden. Ebenfalls zur Podiumsrunde zählte Stefanie von Detten, Mitarbeiterin im Bad Krozinger Bauamt, die sich nun im Rahmen der Bürgerwerkstatt um die Koordination in der Verwaltung kümmern wird. Sie ist auch die Anlaufstelle für Bürger, die sich aktiv an der Bürgerwerkstatt beteiligen möchten. Anmelden können sich Interessenten, die in Bad Krozingen wohnen, per E-mail oder mit dem Coupon aus dem Bürgerwerkstattflyer, der im Rathaus ausliegt.

Das Verfahren
Der nächste Schritt auf dem Weg zur Bürgerwerkstatt ist die Bildung von Arbeitsgruppen (AGs). Wer sich auf dem Rathaus zu einer aktiven Teilnahme angemeldet hat, bekommt eine Einladung für den 7. Mai in die Johann-Heinrich-von-Landeckschule zur Werkstattarbeit in der jeweils gewählten Arbeitsgemeinschaft – entweder die AG "Fuß-, Rad-, Autoverkehr, Straßen und Plätze" oder die AG "Bebauung, Nutzung, Kultur."

Eine zweite Werkstattarbeit ist für den 14. Mai geplant. Am 4. Juni sollen die Zwischenergebnisse der AGs vorgestellt werden. Im Sommer erfolgen dann Arbeitsaufträge an die AGs und die Verwaltung. Aus all’ dem soll im September ein Konzept entstehen, das im Oktober präsentiert wird.

Im November soll eine Klausur des Gemeinderates stattfinden, im Anschluss wird es eine öffentliche Ratssitzung geben und dann den Beschluss der Ratsrunde und die Arbeitsvergaben. Damit ist auch der Zeitplan für die Bürgerwerkstatt festgelegt. Im Herbst soll ein Ergebnis vorliegen, damit 2015 mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Die Fragen und Wünsche der Bürger
"Ist die Teilnehmerzahl in den AGs begrenzt?", erkundigte sich ein Bürger. "Nein", so die Antwort, allerdings sei die jeweilige Gruppenstärke auf rund 20 Personen limitiert, gebe es mehr Interesse müssen mehr Gruppen zum gleichen Thema tätig werden. "Wird die Arbeit der AGs dokumentiert?", lautete eine weitere Frage. Antwort: "Ja, der Prozess sowie die Gutachten und der Verkehrsplan werden auf der städtischen Homepage veröffentlicht."

"Wird die Bürgerwerkstatt wieder eine Alibi-Veranstaltung, so wie beim Bürgergutachten aus dem Jahr 2007?" Antwort von Bürgermeister Volker Kieber: "Nein, außerdem ist das Gutachten von 2007 ja nicht verloren, es wird sicher einiges davon in den Prozess eingehen, ebenso wie das Einzelhandelskonzept des Gewerbeverbandes und die bisherige Agendaarbeit, das alles war nicht umsonst, es wurde schon einiges daraus vom Gemeinderat realisiert." "Warum gibt es keinen weiteren öffentlichen Termin zwischen der Gemeinderatsklausur und der beschließenden Sitzung?" Antwort von Bürgermeister Kieber: "Der Gemeinderat beschließt auf der Basis der Endpräsentation der Bürgerwerkstatt, aber es ist sicher kein Problem die Beschlussvorlage vorher öffentlich vorzustellen."

Info: Wer in Bad Krozingen wohnt, und sich an der Bürgerwerkstatt zur Innenstadtentwicklung aktiv beteiligen will, der kann sich anmelden per E-mail unter: innenstadtentwicklung@bad-krozingen.de oder mit dem Coupon auf dem eigens gedruckten Bürgerwerkstattflyer, der im Rathaus erhältlich ist. Für Fragen steht Stefanie von Detten im Rathaus unter Telefon 07633/407264 zur Verfügung.