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28. November 2008

Musizieren lässt die Lebenserwartung steigen

Professor Bernhard Richter referiert über Atmung und Artikulation bei Bläsern / Das Ohr braucht auch mal Ruhepausen

  1. Marco Nolde, stellvertretender Vorsitzender des Musikvereins Schlatt, mit Professor Bernhard Richter. Foto: privat

BAD KROZINGEN-SCHLATT. In einen besonderen Genuss kamen kürzlich die Bläser des Musikvereins Schlatt und befreundeten Musiker. Bernhard Richter, Professor für Musikmedizin und Leiter des Zentrums für Musikmedizin am Freiburger Institut für Musikermedizin (FIM), hatte sich bereit erklärt, über Atmung und Artikulation bei Bläsern zu referieren.

Neben seinem Medizinstudium absolvierte er auch ein Gesangsstudium; im Anschluss an die Promotion zum Dr. med. und der Facharztausbildung zum HNO- und Stimmarzt habilitierte er sich.

Nach der Begrüßung des stellvertretenden Vorsitzenden Marco Nolde, durch den der Kontakt zustande kam, zog Professor Richter mit seiner charmant witzigen Art sogleich alle Besucher in seinen Bann. Studien belegen, dass das Singen und Musizieren gesundheitlich positive Auswirkungen auf den Menschen haben – ja, dass man sogar von einer deutlich höheren Lebenserwartung ausgehen kann, so der Fachmann.

Allerdings gebe es vor allem bei Profimusikern auch gesundheitliche Probleme. So sei das FIM in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Freiburg – als erste bundesweite Einrichtung dieser Art – Anlaufstelle für Sänger und Instrumentalisten, die Hilfe suchen bezüglich der Stimme, der Psyche, dem Hören oder der Bewegung. Typische Beispiele dafür sind das Halten einer Geige, Lampenfieber vor Auftritten, oder das – wegen der Lautstärke im Orchester – in Mitleidenschaft gezogene Gehör. Neben der Vorführung von amüsanten Computer-Aufnahmen, was beim Musizieren in einem Kernspin-Tomographen im Mund- und Rachenraum sowie mit der Lunge und dem Zwerchfell passiert, beantwortete Professor Richter auch speziellen Fragen der Bläser.

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Hier wurde deutlich, dass es noch viele unerforschte Gebiete gibt, insbesondere, was Studien beim Vergleich von Profi- und Laienmusikern angeht. Letztendlich werden diese dann der Prävention bei Fragen von Gesundheit und Leistungsförderung von Musikern dienen.

Professor Bernhard Richter erklärte den Musikern verschiedene Möglichkeiten des Gehörschutzes im Orchester. Er wies darauf hin, dass es wichtig sei, dem Ohr – je nach Dauer, Schallpegel oder Abstand von der Geräuschquelle – nach Belastungen auch entsprechende Ruhepausen zu gönnen.

Autor: bz