Reaktion auf Übergriffe

Sexuelle Belästigungen im Bad Krozinger Kurpark beschäftigen Polizei und Stadt

Frank Schoch

Von Frank Schoch

Fr, 09. Februar 2018 um 19:44 Uhr

Bad Krozingen

Seit Dezember ist es im Bereich des Kurparks und des Bahnhofs offenbar zu drei Fällen von sexueller Belästigung gekommen. Wie reagieren Polizei und Stadtverwaltung?

Und wie wirken sich die Fälle auf das Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung aus? Im Bereich von Kurpark und Bahnhof sollen Frauen von Männern bedrängt worden sein.

Mehr Polizeipräsenz am Bahnhof und im Kurpark

Als eine Reaktion stockte die Polizei vor Wochen in dem Bereich die personelle Präsenz auf. Auch sei die Kommunikation mit Bürgermeister Kieber intensiviert worden. Genauere Informationen zu Maßnahmen und Tätern gibt die Polizei auch auf Nachfrage derzeit nicht bekannt. Grund seien laut Pressesprecherin Laura Riske die laufenden Ermittlungen. Zur Erinnerung: Am 19. Dezember soll nach Polizeiangaben ein 16-jähriges Mädchen am Nachmittag im Kurpark von drei Männern massiv körperlich angegangen worden sein. Außerdem habe das Opfer von eindeutigen sexuellen Handlungen gesprochen. Eine 29-jährige Frau gab der Polizei zufolge an, am Abend des 9. Januar beim Bahnhof von vier Männern verbal belästigt und von einem verfolgt worden zu sein, ehe die Frau weglaufen konnte. Im jüngsten Fall sagten zwei Frauen, 27 und 32 Jahre alt, aus, am Abend des 3. Februar im Kurpark von einem Mann unsittlich berührt worden zu sein. In allen Fällen nannte die Polizei dunkelhäutige Männer als Tatverdächtige.

"Sexuelle Übergriffe führen grundsätzlich zu einer größeren Verunsicherung, als es etwa Raub- und Gewaltdelikte tun." Laura Riske, Polizei Freiburg
Nicht klar ist derzeit, ob die Häufung der Fälle zufällig ist oder ob sich in der Kurstadt ein Kriminalitätsschwerpunkt entwickelt. Ungeachtet dessen stellt sich die Frage, wie sich die Geschehnisse auf die Stimmung in der Bevölkerung auswirken. Auch wenn sich dies nur schwer empirisch bewerten lässt, nähren Beiträge in sozialen Onlinemedien sowie Gespräche mit Vertretern der Stadtverwaltung und Bürgern den Verdacht, dass eine stärker werdende Verunsicherung zu spüren sei, und sich zu den Sorgen Unzufriedenheit mit der Arbeit der Sicherheitsbehörden gesellt. In diese Richtung geht auch eine Anfrage in einer Gemeinderatssitzung, als eine Frau fragte, was denn für die Sicherheit von Frauen und Kindern getan werde. Vonseiten der Polizei heißt es auf Nachfrage: "Sexuelle Übergriffe führen grundsätzlich zu einer größeren Verunsicherung, als es etwa Raub- und Gewaltdelikte tun", so Pressesprecherin Riske. "Das gilt insbesondere dann, wenn die Taten im öffentlichen Raum passieren, sodass das Gefühl entstehen kann, diese Dinge könnten jeden treffen."

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