24 000 Besucher – und es geht weiter

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Di, 24. April 2018

Bad Säckingen

Erfolgsmusical "Happy Landing" macht Pause bis zum Herbst / In der Dernière hat es am Wochenende viele neue Gags gegeben.

BAD SÄCKINGEN. Einen Abend der Überraschungen erlebten die Besucher der Dernière des Musicals "Happy Landing" am Sonntag im Bad Säckinger Gloria-Theater. Zum Saisonfinale durfte sich das Ensemble kleine Gags einfallen lassen und versteckte Dinge einbauen, die so nicht im Stück stehen. Das sorgte für einiges Gelächter im Publikum, das diese unerwarteten Nummern mit viel Humor und Szenenapplaus quittierte und die Akteure am Schluss mit stehenden Ovationen feierte.

Nach 44 Vorstellungen fiel der letzte Vorhang für "Happy Landing" in dieser Saison, bevor es im November in der nächsten Spielzeit weitergeht. 24 000 Besucher haben "Happy Landing" in dieser Saison gesehen. Und noch einmal ließen die Akteure ihren geballten Charme und Esprit spielen. "Die Stimmung ist sehr befreit, sehr locker, alle sind sehr gut drauf, haben Spaß und genießen es, zum Finale noch mal alles zu geben", beschrieb es Komponist, Regisseur und Intendant Jochen Frank Schmidt. Dass er bei der letzten Vorstellung dieser Spielzeit seinen Darstellern freie Hand für überraschende Gags ließ, zeigt sein Vertrauen in das Ensemble. Schmidt spielte sogar selbst mit. In der Szene, in der die Stewardessen in der Kabine alles für den Flug richten und sagen: "Da kommt der Chef!", tauchte Jochen Frank Schmidt in Pilotenuniform als Flugkapitän auf, sehr passend, ist er doch tatsächlich der Chef des Glorias.

Die witzige Gagparade begann schon, als Lukas Bassler alias Kofferträger Sanjeev sich mit seinem Koffer einen Weg durchs Publikum bahnt und plötzlich sein Handy im Koffer klingelt. Und als Tiziana Turano in der Rolle der Stewardess Annie an ihren Spind tritt und die Schranktür öffnet, hockt ihr Sohn Charlie drin und sagt munter: "Mum!" Ebenfalls für Lacher sorgt die Szene, in der Wenzel Lepschy als Charlie mit einem Zettel auf dem T-Shirt auftaucht, auf dem steht: "Kick me". Nico Alesi als texanischer Millionär und Frauenheld Angus Foster macht beim heißen Date mit Annie plötzlich ein bisschen auf Rocky Horror Show, denn er trägt Strapse wie Frank’n’Furter. Als der Krösus um Annies Hand anhält, auf die Knie fällt und einen Ring aus der Tasche holt, fragt er fälschlich: "Larissa, willst du mich heiraten?" Und als der Fluglinienboss Coon mitten ins Candle-Light-Dinner des verliebten Paares Annie und Tom im Kofferlager platzt und fragt: "Was ist das denn für ein Theater?", tönt es aus den Kulissen: "Gloriaaa!" Eine ganze Reihe solcher in die Inszenierung eingeschmuggelter Überraschungen gab es bis hin zum Pan-Am-Orchester, das den schmissigen Radetzkymarsch spielt.

Viele Zuschauer, die Happy Landing schon ein- oder mehrmals gesehen haben (ein glühender Fan war sogar zum neunten Mal da), schauen sich extra die Dernière an, eben wegen der eingebauten Gags. "In Bad Säckingen haben wir das beste Publikum der Welt", bedankte sich Jochen Frank Schmidt nach den Ovationen, und setzte ein Superlativ drauf bei den Komplimenten an "das beste Ensemble, das wir im Gloria je hatten".

Die Dernière bot Schmidt Gelegenheit, dem Team hinter den Kulissen zu danken: Produzent Alexander Dieterle, Choreografin Vanessa Vario, Kostümbildnerin Helena Joos, Bühnentechnikchef Karl Thomann und Co-Regisseurin Hilde Butz ebenso wie Dina Schumacher und Sarah Kiefer. Blumen und viel Applaus gab es für die Maskenbildnerin Ruth Nowack, die "gute Seele des Theaters", die elf Jahre alle Musicalproduktionen begleitet hat und nun in den Ruhestand geht. Auch für sechs Tänzer aus dem Ensemble hieß es Abschied nehmen, denn sie können in der nächsten Spielzeit nicht mehr dabei sein. Die erfolgreiche Musicalsaison wurde bei einer Bühnenparty gefeiert – bis morgens um 5 Uhr.