Ein Mekka für Countryfreunde

Gerd Leutenecker

Von Gerd Leutenecker

Mo, 22. Oktober 2018

Bad Säckingen

Auch nach 20 Jahren hat die Country- und Westernnacht in Bad Säckingen nichts von ihrer Anziehungskraft verloren.

BAD SÄCKINGEN. 20 Jahre alt ist der Country- und Western-Club Bad Säckingen und seit 20 Jahren gibt es das beliebte Stelldichein eines großen Konzerts im Herbst. Im Kursaal war am Samstagabend wieder die Bühne frei für die Band The Flame. Den zahlreichen Line-Dance-Gruppen aus der gesamten Region boten sich ungeahnte Möglichkeiten des Formationstanzes. Natürlich folgten ebenso zahlreiche Besucher einzig wegen der Country- und Westernmusik dem Konzertangebot.

Mögen es die Erinnerungen an eigene Urlaube und Aufenthalte in den USA sein, die die Faszination für die Country- und Westernkultur geweckt haben oder die zahlreichen US-Filme, die mehrere Generationen von Fans der ländlichen Idylle geprägt haben – auch am Hochrhein und darüber hinaus. Nicht nur Andreas Seimert als Vorsitzender des Vereins war in Westernkluft gekommen. Viele Besucher waren stilecht mit Hut, Weste, Flanellhemd und Cowboystiefeln gewandet.

Pünktlich um 20 Uhr betrat Seimert die Bühne, begrüßte die Anwesenden und gab zwei Minuten später den Startschuss für die erste Runde der Band frei. Die oberschwäbische Formation The Flame tourt vorzugsweise im süddeutschen Raum, der Schweiz und Österreich. An Auszeichnungen für ihr Können mangelt es nicht.

Mit bassbetonten Rhythmen war sofort mehr als nur etwas Fußwippen da – vor der Bühne im Kursaal fanden sich die Tanzbegeisterten mit vertrauten Schwüngen und Schritten zusammen. The Flame hat die komplette Stilrichtung im Repertoire. Einzig bei den modernen und neueren Songs, dem "New Country Style", war etwas Unterbrechung beim Publikum bemerkbar. Bei den melodischen Balladen wechselte das Takttempo zu rasch. Da reagierte die Band sofort und schwenkte auf die bekannten Songs ein. Schließlich wird das Miteinander der knapp 300 Besucher im Kursaal vom Verein gepflegt.

Die Obersäckinger Hexen kellnerten und servierten Deftiges. Pulled-Pork-Burger, Chili texanisch oder Roast Pork waren beliebt. Und am Tresen des Saloons herrschte rasch ein wohl vertrautes Gedränge. In der Hand ein Glas von Bourbon Whiskey, der Blick auf die Tänzerinnen und Tänzer gerichtet und die Musik im Ohr, die Gesichtsausdrücke der Gäste waren rasch von einer ausgeprägten Glückseligkeit gezeichnet.

Wenn die Band Pause machte, standen die vereinseigenen Line Dancer in Formation vor der Bühne. Oder es gab eine Lasso- und Peitschen-Show. Seimert forderte von der Bühne aus auf, zum gemeinsamen Tanz: mehr als 50 ambitionierte Line Dancer folgten dem Aufruf schnell und sichtlich auch gerne. Nachwuchsprobleme kennen die Freunde der Country und Westernmusik offensichtlich nicht. Der gute Zuspruch aus der Generation der über 40-Jährigen war auch Samstagnacht bemerkenswert.