Eine Persiflage aufs Theater auf der Theaterbühne

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Do, 19. Februar 2015

Bad Säckingen

Am 6. März fällt zum ersten Mal der Vorhang für das neue Stück der Festspielgemeinde / Zwei neue Schauspieler.

BAD SÄCKINGEN. Wenn das keine wahre Theaterleidenschaft ist! Sogar an ihrem Geburtstag kam Brigitte Weissbrodt zu den Proben der Festspielgemeinde Bad Säckingen. Also gab es im Kreis des Ensembles erst einmal ein Schlückchen Sekt auf das Wohl der beliebten Kollegin, bevor die Proben losgingen. Das neue Stück der Festspielgemeinde heißt "Schocker". Doch es ist kein Thriller, wie der Titel vermuten ließe, sondern eine amüsante Komödie über das Theatermilieu. Premiere ist am 6. März, 19.30 Uhr, im Festspielgemeindehaus in Bad Säckingen.

"Es ist eine Persiflage auf das Theater", verrät Regisseurin Renate Kraus. Gut 20 Stücke hat sie im Vorfeld gelesen, bevor sie sich für diese Komödie des Boulevardtheater-Autors Daniel Call entschied. Call nimmt darin die Eitelkeiten und Eigenheiten des modernen Theaterbetriebs ironisch auf die Schippe. Angelehnt an Goethes Faust, schildert er den Aufstieg, Größenwahn und Fall des Provinz-Theatermannes Doktor Viel, der den Theaterolymp erklimmen will und Intendant des Wiener Burgtheaters werden möchte. In der Komödie wird die Geschichte von Faust ins Heute und ins Theatermilieu transferiert. "Der Text ist sehr frech, anspielungsreich und witzig", sagt Renate Kraus. Das Stück ist zudem großteils in Reimform gehalten, allerdings nicht in Goethe-Sprache, sondern in heutiger, moderner Sprache. "Das Stück ist mal etwas Anderes, eine ganz neue Herausforderung, das hat mich gereizt", so Kraus über die aberwitzige Burleske.

Da werden Theatergötter und Theatergeister beschworen, durchlebt die Hauptfigur Doktor Viel alle Höhen und Tiefen des Theaterlebens. Während der nach Ruhm strebende Intendant Viel eine moderne Variante von Faust ist, kommt in der Figur des Referenten Schocker eine Art Mephisto ins Spiel. Ein diabolischer Verführer, der seinem erfolglosen Chef einflüstert, wie er die Konkurrenten aus dem Weg räumt, mit einem poppigen "Faustical" das sensationsgierige Publikum anlockt und Karriere um jeden Preis macht. Natürlich gibt es im Stück auch ein naives Gretchen, das in diesem Fall Susannchen heißt und Theaterelevin ist. Ein Höllenfürst ist ebenso mit von der Partie wie das feuchtfröhlich feiernde Volk und dank magischer Verwandlungen geht es heiß und hoch her auf der Theaterbühne. "Jede Menge Futter für die Darsteller", freut sich die Regisseurin, die auf bewährte Stammspieler und einige neue Gesichter setzen kann.

Die Hauptrolle des Doktor Viel übernimmt Dennis Affeldt, den mephistophelischen Referenten Schocker spielt Hilde Butz, und als Susannchen agiert Sandra Lutz, eine Lehrerkollegin von Affeldt an der Hans-Thoma-Schule Laufenburg. Neben Sandra Lutz ist auch der aus Bayreuth stammende und seit einem Jahr in Wehr lebende Gerald Hacker ein Neuzugang bei der Festspielgemeinde. In weiteren Rollen sind Brigitte Weissbrodt, Detlef Bengs, Heike Bengs, Nimet Gökcanak, Helmut Kaltenbach, Günter Kraus und Walter Schnabel zu sehen.

Das Stück hat 18 Szenen, was auch für die Bühnenbildner eine Herausforderung ist. Renate Kraus und ihr Team haben eine geniale Lösung für die Szenenwechsel gefunden: Vorhänge, auf die jeweils die Schauplätze für die wechselnden Szenen gemalt sind. Catalina Mayer und Klaus Mach haben die Vorhänge bemalt. Eine Besonderheit sind auch die im Stück eingebauten Lieder, die der Darsteller-Chor in den "Faustical"-Szenen singt. Musikalische Begleiter sind die Akkordeonisten Silvia Schäuble und Thomas Lüthy vom Murger Harmonika-Orchester. Regisseurin Kraus hofft, dass sich die Theaterfreunde über diese freche Komödie amüsieren.

Schocker: Premiere ist am 6. März, weitere Vorstellungen am 7., 13., 14., 15., 20., 21., 22. März, jeweils 19.30 Uhr, im Festspielgemeindehaus in Bad Säckingen, Hildastr. 2/
Ecke Basler Straße. Vorverkauf: Telefon 07761/58376, sowie am 21. und 28. Februar, von 10 bis 12 Uhr im Festspielgemeindehaus.