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17. August 2017 17:23 Uhr

Bundestagswahl

Franz Müntefering diskutiert über die Zukunft der Stadt

Der ehemalige Vizekanzler Franz Müntefering war am Mittwochabend im Marienhaus, um mit dem Demografiestrategischen Forum über den demografischen Wandel zu diskutieren.

  1. Trotz Hitze und meist geschlossenen Fenstern war die Diskussion lebhaft. Foto: Manuel Fritsch

  2. Franz Müntefering Foto: Manuel Fritsch

  3. Hartmut Fricke, Rita Schwarzelühr-Sutter, Franz Müntefering und Alexander Guhl Foto: Manuel Fritsch

Franz Müntefering ist fast schon ein Urgestein der deutschen Sozialdemokratie. Im ersten Kabinett von Angela Merkel war er Vizekanzler und Bundesminister für Arbeit und Soziales, seit fast zwei Jahren ist er Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen.

Passend war also sein Besuch am Mittwochabend im Seniorenzentrum Marienhaus in Bad Säckingen, den die Parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter organisiert hatte. Und dementsprechend freute sich auch SPD-Stadtrat Hartmut Fricke, der Heimleiter des Marienhauses und Vorsitzende des Demografiestrategischen Forums (DSF) in Bad Säckingen, über den prominenten und kompetenten Gast. Zusammen mit Bürgermeister Alexander Guhl und den Mitgliedern des DSF diskutierten sie bei dem Fachgespräch über die Herausforderungen, die der demografische Wandel mit sich bringt – für die Welt, aber auch für eine Kommune wie Bad Säckingen.

"Dass der Planet die Menschen versorgen kann, ist keine Frage, die Frage ist nur, wie das friedlich geht." Franz Müntefering

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Franz Müntefering fasste die für ihn wichtigsten Punkte kurz zusammen: Auf einen Rentner kämen heute nur noch etwa drei Beitragszahler, während es in den sechziger Jahren noch sechs waren – da stelle sich die Frage: "Wer macht dann eigentlich die Jobs?" Auch das Wachstum der Weltbevölkerung sei eine Herausforderung für die internationale Gemeinschaft. "Dass der Planet die Menschen versorgen kann, ist keine Frage, die Frage ist nur, wie das friedlich geht", so Müntefering. Diese Fragen müsse man immer im Hinterkopf haben, wenn man über Demografie spricht.

Doch am Mittwoch interessierte er sich eher für die Binnenwanderung, sprich für die Verstädterung. Die entscheidende Frage für kleinere Kommunen sei es, jungen Frauen Möglichkeiten vor Ort zu bieten. Diese würden zu oft unter den Tisch fallen, doch seien es gerade sie, die Familien in eine Stadt bringen und sie dort auch halten können.

"Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine reine Wohnstadt für das Nachbarland werden." Alexander Guhl

An der Stelle kam die Diskussion in Schwung. Alexander Guhl berichtete von den Bad Säckinger Besonderheiten als Grenzstadt und warnte: "Wir müssen aufpassen, dass wir nicht eine reine Wohnstadt für das Nachbarland werden." Die sukzessive Schließung der Rehaeinrichtungen bedauerte er sehr. Während das Krankenhaus das emotional größte Thema sei, sehe er aber den Wohnraum als das eigentlich drängendste Problem.

Hartmut Fricke kritisierte, die Vorschläge der Spitzenpolitik seien oft zu allgemein. So sei eine Bündelung der Krankenhäuser in Berlin wohl sinnvoll, im Kreis Waldshut allerdings seien die Bedingungen ganz anders, was von der Politik nicht gesehen werden.

Franz Müntefering gab Tipps, wie sich die Trompeterstadt in Zukunft als Gesundheitsstandort halten könnte und mahnte, die Stadt müsse sich bemühen, für alle Generationen attraktiv zu sein.

Autor: Manuel Fritsch