Freie Wähler klagen über pubertäres Gezanke

Axel Kremp

Von Axel Kremp

Sa, 26. November 2016

Bad Säckingen

Kritik in Hauptversammlung an Ratskollegen von CDU und SPD.

BAD SÄCKINGEN. Die Freien Wähler beklagen die schlechte Stimmung im Bad Säckinger Gemeinderat. "Das pubertäre Hin- und Hergezanke zwischen den zwei großen Fraktionen ist schwer zu ertragen und vergeudet Sitzungszeit für alle", sagte Stadtrat Mike Grutschnig in der Hauptversammlung der Bad Säckinger Freien Wähler. Grutschnig berichtete aus dem Gemeinderat und meinte CDU und SPD, Fred Thelen aus dem Kreistag und Karina Weiß aus dem Wallbacher Ortschaftsrat.

Die Vorstandswahlen waren eine reine Formsache. Alle Vorstandsmitglieder kandidierten erneut und wurden einstimmig gewählt. Vorsitzender bleibt Gerhard Faller, Zweiter Vorsitzender Mike Grutschnig, Schriftführer Tilmann Frank, Kassierer Heinz Thomann und Beisitzer bleiben Hans-Peter Huber, Matthias Lebert, Wolfgang Wenk, Bernd Grießer, Andreas Stratz und Bruno Lehmann.

Vorsitzender Faller ist in der Versammlung auch geehrt worden. Seit 15 Jahren gehört er bereits dem Stadtverband an, 2002 wurde er zum Zweiten Vorsitzenden gewählt, 2004 dann zum Vorsitzenden des Stadtverbands. Sowohl Grutschnig als auch Fred Thelen würdigten das Engagement Fallers um den Stadtverband. Seit zehn Jahren Mitglieder im Stadtverband der Freien Wähler sind Gabi Wenk, Roswitha Böhler und Michaela Grutschnig.

Grutschnig, Thelen und Karina Weiß hielten ihre Berichte aus den Gremien knapp, wobei Grutschnig auch nicht mit Lob an Bürgermeister Alexander Guhl sparte. Dieser habe in der Auseinandersetzung mit der Stiftung Bad Zurzach wegen der städtischen Zahlungen ans Thermalbad Aqualon großes Verhandlungsgeschick bewiesen. Das Ergebnis sei dann im Oktober ein sehr guter Beschluss gewesen. Der Dank Grutschnigs galt Stefan Thomas. Dieser sei als Tourismusdirektor eingestellt worden, sei dann aber zum Insolvenzverwalter mutiert. Der Umbau der finanziell angeschlagenen Tourismus GmbH habe viel seiner Arbeitskraft gebunden. Schließlich kündigte Grutschnig für die nahe Zukunft ein neues Verkehrskonzept für die Bad Säckinger Altstadt an.

Fred Thelen ging auf die Themen ein, welche den Kreistag außer der Zukunft der Spitäler noch beschäftigten. Da nannte er an erster Stelle die Flüchtlinge. Aktuell seien im Kreis von 2100 Plätzen für Flüchtlinge 1600 belegt; pro Monat würden dem Kreis zehn bis 15 Flüchtlinge zugewiesen. Weitere Schwerpunktthemen im Kreis seien der regionale Schulentwicklungsprozess mit dem Beschluss zum Bau einer neuen Berufsschule in Waldshut und die Elektrifizierung der Hochrheinbahn gewesen. Dem Ziel der Elektrifizierung der Strecke sei man ein gutes Stück nähergekommen. Ob sich der Kreis auch weiterhin der Auflage der Landesregierung widersetzt und sich weigert, zur Abfallentsorgung die Biotonne einzuführen, werde sich bald zeigen. Die Kreisverwaltung arbeite an einer bürgerfreundlichen Umsetzung der Auflage.

"Veränderung und Wandel" titelte Karina Weiß ihren Bericht aus dem Ortschaftsrat, der von Dynamik im Ortsteil zeugte.

Schließlich erinnerte Vorsitzender Faller an die traditionellen Altenheimbesuche der Freien Wähler zu Weihnachten – am 3. Dezember im Marienhaus und am 10. Dezember im Franziskusheim.