Grenzen einfach wegradeln

Felix Held

Von Felix Held

Mi, 31. Mai 2017

Bad Säckingen

Bad Säckingen und Stein unternehmen einen neuen Anlauf, ihre Bahnhöfe besser zu verbinden / Konzept für Fahrradwege.

BAD SÄCKINGEN/STEIN. Die Nachbarkommunen Bad Säckingen und Stein unternehmen einen neuen Anlauf, sich grenzüberschreitend besser zu vernetzen. Nachdem im vergangenen Jahr der Versuch gescheitert war, die Bahnhöfe in Bad Säckingen und Stein mit Elektrobussen zu verbinden, setzen die beiden Kommunen jetzt auf Fahrräder. Unter dem Dach der IBA Basel soll ein Konzept dafür erarbeitet werden. Mit großer Mehrheit hat der Bad Säckinger Gemeinderat nun in seiner Sitzung am Montag den Startschuss für das Projekt gegeben.

Auch das Sissler Feld mit seinen großen Industriebetrieben und zahlreichen Berufspendlern soll in das Projekt integriert werden. Projektleiter Dirk Lohaus, der stellvertretende Geschäftsführer der IBA Basel, stellte die groben Züge des Konzepts im Gemeinderat vor. Offen ist noch, wo der Rhein überquert werden soll.

"Das Projekt hat in unseren Augen ein großes Potenzial, die Region grenzüberschreitend zusammen zu bringen. Und es kann konkret vor Ort einen Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität und nachhaltigen Mobilität in Bad Säckingen und Stein leisten", sagte Lohaus gegenüber der Badischen Zeitung.

Bürgermeister Alexander Guhl erklärte, er sehe in dem Projekt "eine Riesenchance". "Wir sollten es nutzen, dass wir Teil der Metropolregion Basel sind", fand er. Bad Säckingen sei auf deutscher Seite das östlichste Mitglied des Eurodistricts Basel. Ziel sei es, für das Projekt Interreg-Förderung zu bekommen. Zunächst habe die Stadt dafür selbst eine Projektskizze eingereicht, diese sei der Interreg-Kommission aber nicht genug ausgearbeitet gewesen, so der Bürgermeister. Einen Großteil der Planungen werde in Bad Säckingen das Stadtbauamt übernehmen. Dennoch brauche es für die Koordination und grenzüberschreitenden Belange ein gemeinsames Büro. Dafür ließ sich die Verwaltung nun im Gemeinderat Mittel in Höhe von 18 000 Euro bewilligen.

Die Gemeinde Stein habe sich zudem bereits mit dem Thema beschäftigt und die Kostenübernahme für den Schweizer Bereich zugesichert. Die Kommune werde die komplette Planung in die Hände eines Fachbüros legen, heißt es in der Sitzungsvorlage. "Wenn die Bahnhöfe in Stein und Bad Säckingen besser verbunden sind, wird auch die Bahn besser genutzt", ist Dirk Lohaus überzeugt. Das Rückgrat der Planung sei deswegen die Verbindung dieser beiden Verkehrsknotenpunkte.

Stadtbaumeister Michael Rohrer zeigte sich angetan von dem Projekt. "Ich finde das eine äußerst interessante Aufgabe auch in Zusammenhang mit anderen Projekten wie der Rheinliebe", sagte er. Aufgabe der Stadt werde es sein, den Bereich vom Bahnhof in Bad Säckingen bis zur Grenze zu gestalten.

SPD-Stadtrat Hartmut Fricke wollte wissen, ob es schon konkrete Pläne für die Strecke der künftigen Radverbindung gebe. Laut Dirk Lohaus solle genau das nun genauer definiert werden. Ziel sei es, Rad- und Fußverkehr gut in Einklang zu bringen.

CDU-Stadtrat Michael Krane mahnte an, dass "so ein Projekt nicht ohne Busshuttleverkehr" geplant werden dürfe. Bürgermeister Guhl erwiderte, der Busverkehr habe sich als nicht einfach herausgestellt. Aber das Projekt schließe den öffentlichen Verkehr auf keinen Fall aus.

Neben der Gestaltung der Verbindung beider Kommunen sei auch die Schaffung eines Fahrradverleihsystems ein Ziel des Projekts. Diese solle sicherstellen, dass bei Bedarf auch immer Räder zur Verfügung stünden. Neben den Vorteilen für Pendler soll das Projekt zu dem auch den Tourismus stärken, so Dirk Lohaus.

Bis September soll es ein Konzept mit Vorplanung der Verbindung und einer Kostenschätzung geben. Bis Oktober soll die Finanzierung geklärt werden. Bis Januar 2018 sol das Projekt endgültig ausgearbeitet werden. Bis 2020 soll das Projekt umgesetzt werden.