Große Bühne für zwei Bad Säckinger Denkmale

Nicolai Ernesto Kapitz

Von Nicolai Ernesto Kapitz

Mi, 09. September 2009

Bad Säckingen

Führungen im Gloria-Theater und auf dem Au-Friedhof

BAD SÄCKINGEN (nic). Zeugen aus vergangenen Tagen stehen am Sonntag, 13. September, im Fokus des öffentlichen Interesses. Am "Tag des Denkmals" werden Denkmale in der ganzen Region vorgestellt. In Bad Säckingen stehen diesmal ein historisches Kino und eine Begräbnisstätte im Mittelpunkt.

Ein Denkmal der besonderen Art besitzt die Stadt mit dem Gloria-Theater an der Friedrichstraße. Am 13. September wird dieses Denkmal auch auf besondere Art gewürdigt. Der diesjährige "Tag des Denkmals", eine Aktion des Denkmalamtes, steht unter dem Motto "Historische Orte des Genusses." Was liegt da näher, als ein zum Denkmal erklärtes Kino als Schauplatz der Veranstaltung auszuwählen? Das Gloria-Theater versprüht nämlich in seiner Erscheinung noch originalgetreu das Flair der 1950er Jahre. Es wurde 1959 eingeweiht und seitdem baulich nie verändert. Auch das Interieur entspricht noch ganz dem damaligen Stil. Mit der prunkvollen Einrichtung der Aula, des Saals und des Balkons sowie seiner Größe und Atmosphäre ist das Gloria-Theater in der Region einzigartig.

Das 50-jährige Bestehen des Gloria-Theaters wird im November mit einer großen Gala gefeiert. Seit 2007 hauchen Intendant Jochen Frank Schmidt und Alexander Dieterle mit ihren Hochrhein-Musicals und anderen Kultur-Events dem altehrwürdigen Haus wieder neues Leben ein.

Am 13. September wird es im Theater zwischen 11 Uhr und 16 Uhr stündlich Führungen geben. Bauamtsleiter Michael Rohrer wird den Besuchern während eines ausgiebigen Rundgangs erläutern, warum das Theater den Status eines Denkmals erhielt, wird Einblicke in die Epoche der 1950er und 1960er Jahre geben und allerlei Fragen rund um das altehrwürdige Kino beantworten, der Eintritt ist frei.

Am "Tag des Denkmals" werden allerdings manchmal auch Orte und Gebäude vorgestellt, die nicht unbedingt dem Motto entsprechen. In Bad Säckingen wird dann nämlich auch der Au-Friedhof Gegenstand von Führungen sein. Ob dieser nun ein Ort des Genusses war, sei dahingestellt. "Die Ruhe und Besinnlichkeit auf einem Friedhof können auch eine Art Genuss sein", stellt Adelheid Enderle allerdings fest. Die Vorsitzende der Projektgruppe Au-Friedhof wird bei gutem Wetter zwei Rundgänge über den Gottesacker anbieten. Die Projektgruppe, die sich vor genau 20 Jahren mit dem Ziel des Erhalts des altehrwürdigen Friedhofs gründete, opfert wöchentlich einen Nachmittag für die Pflege der Anlage.

Weil für die Gruppe eher das Denkmal selbst und der runde Geburtstag des Projekts im Vordergrund stehen, habe man sich allerdings "nicht in die Kampagne des Denkmalamtes eingeklinkt", so Adelheid Enderle, auch mit Blick auf das Motto. Die Führungen beginnen jeweils um 13.30 Uhr und um 15.30 Uhr und werden den Besuchern etwas über die Geschichte des Areals und seine Verwobenheit mit der Stadt und ihren Bewohnern näher bringen. Bei schlechtem Wetter gibt es ersatzweise Dia-Vorträge im Trompeterschloss. Auch da ist die Teilnahme umsonst.