Mal ein K rimi, mal eine Komödie

Hans-Walter Mark

Von Hans-Walter Mark

Mo, 10. Dezember 2012

Bad Säckingen

Zuschauer hatten ihrem Spaß beim Laientheater in Rippolingen über ein Theater.

BAD SÄCKINGEN-RIPPOLINGEN. Die Weihnachtsfeier des Rippolinger Gesangvereins "Liederkranz" im ausverkauften Gemeindesaal war auch in diesem Jahr ein Genuss für Auge und Ohr. Zum Auftakt stimmte der Chor unter der Leitung von Hubert Alznauer mit beliebten Weisen in die Vorweihnachtszeit ein. Im Mittelpunkt aber stand das Theaterspiel.

Die Laienschauspielgruppe des Vereins servierte einen spannenden Theaterabend, an dem es auch viel zu lachen gab. Die auftretenden Charaktere hätten nicht unterschiedlicher sein können. Gespielt wurden sie von leidenschaftlichen Theaterspielern. Amüsante Dialoge, Verwirrungen und unvermutete Handlungsabläufe zeichneten das Kriminalstück Theater, Theater aus.

Von der ersten bis zur letzten Minute erlebten die Zuschauer eindrucksvoll, was sich hinter den Kulissen eines Theaters abspielen kann, wenn ein Schauspieler durch einen unbekannten Kollegen zu vertreten ist, und das Publikum davon nichts merken darf. Jeder Darsteller hatte zwei Rollen, die des Schauspielers und jene, die er auf der Bühne zu spielen hat.

Den Regisseuren Axel Albiez und Hans-Joachim Anders gelang es meisterhaft, selbst die kleinsten Nuancen der Doppelrollen so herauszuarbeiten, dass für die Besucher die Differenzierung zwischen Krimi und der Komödie, die sich darum rankte, stets deutlich blieb.

Als mit Markus Hienle der zuvorgeheim gehaltene große Unbekannte ins Spiel kam, war die Verwirrung perfekt. Besonders in den Rollen der Haushälterin mit maskulinen Zügen und als vermeintlicher Mister Smith hat er sich hervorragend in Szene gesetzt. Ob als schmieriger alternder Provinzschauspieler oder als Inspektor, der erfahrene Theaterspieler Konrad Gerspach beherrschte perfekt die nötige Improvisation, damit die Handlung nicht abreißt. Sebastian Schmidt, der Weiblichkeit zugeneigt, spielte in dem Krimi einen Regisseur Falk, der glaubt zu Höherem berufen zu sein. Es ist köstlich, wie er bei diesem laienhaft wirkenden Team um seine Inszenierung kämpft. Entsprechend unprofessionell sind sein Umgangston und seine cholerischen Ausbrüche. Johanna Weiß wechselte elegant von der Lady im Krimi zur karrieresüchtigen Schauspielerin. Ihr Markenzeichen ist das Stichwort, das sie benötigt, um die richtige Textstelle zu finden.

Die Besucher belohnten die Leistung der Laiendarsteller mit häufigem Szenenapplaus und einem großartigen Beifall am Schluss.