Musik in ungewöhnlichem Rahmen

Jörn Kerckhoff

Von Jörn Kerckhoff

Mo, 23. Oktober 2017

Bad Säckingen

Kammerkonzerte mit Ivetta Viatet haben mittlerweile einen festen Platz im Terminkalender des Bad Säckinger St. Marienhauses.

BAD SÄCKINGEN. "Wenn die Menschen nicht zur Musik kommen können, muss die Musik zu den Menschen kommen." Diesem Gedanken ist es zu verdanken, dass am Freitag bereits zum siebten Mal ein Kammerkonzert im Alten- und Pflegeheim St. Marienhaus stattgefunden hat. Der Gedanke stammt von Geigerin Ivetta Viatet, die auch zum siebten Mal in der Kapelle des St. Marienhauses auftrat.

"Sie ist damals auf mich zugekommen und hat gefragt, ob wir nicht Kammermusik in unseren Veranstaltungskalender aufnehmen möchten", erinnert sich Hartmut Fricke, Leiter des Marienhauses. Natürlich hätte er den Bewohnern des Hauses gerne Kammermusik geboten, wusste er doch, dass viele der Bewohner diese Musik sehr mögen. Allerdings seien viele der alten Menschen nicht so mobil, dass sie in den Kursaal oder woanders hinkönnten, um ein Konzert zu erleben, habe er Viatet damals erwidert. Da habe sie ihm erklärt, dass sie auch an ein Konzert direkt im Marienhaus dachte. So seien die Kammerkonzerte im Marienhaus geboren worden. Mittlerweile seien sie ein fester Bestandteil des Herbstprogramms, freute sich Fricke am Freitag.

Ivetta Viatet ist inzwischen Stammgast im Marienhaus, für Wiliam Cuthbertson, der sie am Klavier begleitete, war es dagegen eine Premiere. Werke von Mozart, Fiocco, Stravinski, Martinu, Elgar, Wieniawski und Sarasate hatten die beiden an diesem Nachmittag Programm. Viatet hat eine ziemliche Fangemeinde im Marienhaus, mit etwa 40 Besuchern war die kleine Kapelle praktisch voll besetzt. Und die Bewohner des Marienhauses, vereinzelt waren auch Angehörige zu dem Konzert gekommen, zeigten sich sehr angetan von den Stücken und vom Spiel der beiden Musiker. "Bravo", "Wunderbar", "Sehr viel Temperament" war nach den einzelnen Stücken neben dem Applaus immer wieder aus dem Publikum zu hören.

"Menschen, die klassische Musik lieben, gibt es überall", weiß Ivetta Viatet. Nur kann eben nicht jeder zur Musik kommen. Aber genau deswegen gibt es ja die Konzerte im Marienhaus. Auch für das kommende Jahr ist Viatet schon fest eingeplant, so Hartmut Fricke.

Am 7. Dezember wird es im Marienhaus ein Flötenkonzert zweier sehr begabter Flötistinnen geben, erklärt der Heimleiter. So gut es geht, möchte er für ein wenig Abwechslung im Alltag der Bewohner des St. Marienhauses sorgen.