Symbiose von Malerei und Skulptur

Roswitha Frey

Von Roswitha Frey

Fr, 23. Februar 2018

Bad Säckingen

In einer Doppelschau zeigen Klaus Fischer und Rolf Kurz ihre Werke in der Villa Berberich / Vernissage am Sonntag.

BAD SÄCKINGEN. Es geht Schlag auf Schlag mit den Kunstereignissen in der Bad Säckinger Villa Berberich. Am kommenden Sonntag, 25. Februar, startet der Kunstverein Hochrhein mit einer spannenden Doppelschau ins neue Ausstellungsjahr. Gezeigt werden Malerei von Klaus Fischer und Skulpturen von Rolf Kurz.

Solche Kombinationen von Bildern und dreidimensionalen Objekten nimmt der Kunstvereinsvorsitzende Frank van Veen gerne ins Ausstellungsprogramm, denn sie bieten interessante Beziehungspunkte und Wirkungen in den Räumen des städtischen Kunsthauses. Im Fall der beiden Künstler Klaus Fischer und Rolf Kurz kommt noch dazu, dass sie bei aller Verschiedenheit der Materialien und Ausdrucksformen doch einige Gemeinsamkeiten haben: die Vorliebe für Geometrisches und für urbane Themen.

Der aus Bad Cannstatt stammende Rolf Kurz, Jahrgang 1980, hat in Freiburg und Halle studiert, war zu einem längeren Studienaufenthalt in Japan und lebt seit einigen Jahren in Lörrach. Er unterrichtet als Studienrat am Theodor-Heuss-Gymnasium in Schopfheim. An seinem neuen Wohnort ist er bisher noch nicht mit Ausstellungen hervorgetreten. Kurz bevorzugt klare, geometrische Formen und eine streng reduzierte Formensprache in seinen Stahlskulpturen. Der Künstler, der sich der Tradition des Minimal nahe fühlt und die Kunst des Bauhauses schätzt, setzt sich mit architektonischen Formen, vor allem mit dem Thema der Behausung, auseinander. Häuser tauchen in seinen Skulpturen häufiger auf, teils in Reihungen und Staffelungen als ganze Häuserzeilen. In immer neuen Variationen spielt Kurz dieses Häuserthema durch.

Der 1959 geborene Klaus Fischer lebt in Fellbach, hat Architektur studiert, war als Architekt tätig und hat sich dann auf die Malerei konzentriert. Der Maler, der Studien an der Internationalen Sommerakademie Salzburg absolviert hat, beschäftigt sich mit Menschen im urbanen Raum, hat Bilderserien über Figuren im Raum geschaffen. Er malt Menschen im Straßenbild, auf der Straße, auf Plätzen, auf Treppenstufen, wie von oben herab gesehen, aus der Höhe, aus der Vogelperspektive.

Daneben zeigt Fischer auch labyrinthisch wirkende Räume, in denen collagenartig Elemente der klassischen Landschaftsmalerei wie Himmel, Landschaft, Häuser auftauchen, gleichsam wie Versatzstücke der Wirklichkeit, zwischen denen sich die Menschen bewegen. Auch Nachtbilder, die mit dem Element der Dunkelheit und des Geheimnisvollen spielen, will der Maler mit nach Bad Säckingen bringen.

Fischer und Kurz sind ein bestens aufeinander eingespieltes Ausstellungsteam. Sie haben bereits drei Mal zusammen ausgestellt, die Schau in der Villa Berberich ist ihre vierte gemeinsame. Und auch hier wird der Besucher überprüfen können, wie gut sich die Malerei und die Skulpturen ergänzen und wie sich Verbindendes in den Arbeiten auftut.

Kunstvereinsvorsitzender Frank van Veen freut sich auf die Ausstellung, zu der er eine interessante literarische Begleitveranstaltung geplant hat. In einer Matinee am 11. März lesen van Veen und Heinz Schlögl Texte von Bertolt Brecht. So wie Fischer und Kurz sind auch van Veen und Schlögl ein bewährtes Team. Sie haben mehrfach gemeinsame Lesungen im Rahmen von Kunstvereins-Ausstellungen bestritten, die immer große Resonanz fanden.

Angefangen hat es mit einer szenischen Lesung aus Becketts "Warten auf Godot", dann folgten literarische Matineen über Heinrich Heine und Erich Kästner. Und nun nehmen sie sich Brecht, den großen Dramatiker, Lyriker und Begründer des epischen Theaters, vor. Auch darauf darf man gespannt sein.

Ausstellung: Rolf Kurz und Klaus Fischer, Villa Berberich, 25. Februar bis 25. März, Vernissage am Sonntag, 25. Februar, 11 Uhr.