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29. September 2009

Tische und Bänke wurden zur Tanzfläche

Rock, Country, Schlager und alles, was das Musikerherz begehrt / Superstimmung und perfekte Organisation beim Schupfart-Festival mit 13 000 Besuchern

SCHUPFART/SCHWEIZ. Rock, Country und Schlager – ein ausverkauftes Haus mit 6500 Gästen am Freitagabend, ebenso vielen am Samstag und Sonntag zusammen – das Schupfart-Festival 2009 hat mit seiner 27. Ausgabe wieder richtig Stimmung auf die Schweizer Hochrheinseite gebracht.

Anlaufschwierigkeiten schienen ein Fremdwort auf dem Flugplatzgelände. Wen wunderte es, mit den Lovebugs standen am Freitag keine in der Schweiz unbekannten Künstler auf der Bühne. Ihre energiegeladene und mitreißende Mischung aus Pop, Indie und tanzbarer Discomusik begeisterte. Langsam erreichte die Halle ihre Betriebstemperatur, spätestens Wolfgang Niedecken und die Jungs von BAP ließen auch den Letzten ins Schwitzen geraten. Frische Songs bestanden neben Kulthits wie "Verdamp lang her", die Band beendete in Schupfart ihre aktuelle Tour. Erstaunlich textsicher überraschte das Schweizer Publikum BAP-Frontmann Niedecken, der sich bedankte, nämlich dafür, "dass ihr schon seit über 30 Jahren so tut, als ob ihr mich versteht". Auf heimischem Terrain bewegten sich anschließend Gotthard, die Hard-Rock-Band aus dem Tessin eroberte mit ihrem Album "Need to believe" die Spitze der eidgenössischen Albumcharts. Melodien und Refrains, die direkt ins Ohr gehen kombiniert mit schnellen Gitarrenriffs, in Schupfart konnten Gotthard nur gewinnen.

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Standen am Freitag nur einige der nicht mehr so ganz jungen Herren von BAP gut beHUTet auf der Bühne, setzte sich die Verdeckung des Haupthaares am Samstag vollends durch. Lediglich die Power-Frauen von Rock’n’Rodeo verzichteten hie und da auf ihren Stetson, ließen es dafür so richtig krachen. Die Country Formation aus Bayern eroberte die Halle mit beeindruckendem Charme und Feuer. Mit dem weltweit gefeierten Raul Malo stand dann ein wahrer Entertainer auf der Bühne, der das Publikum rockte. Er flirtet, begeisterte und riss auch den letzten Besucher im Festivalzelt mit. Bereits zum 22. Mal standen am Samstagabend die deutschen Country-Urgesteine von Truck Stop auf der Bühne. Vor dieser wurde es schnell sehr eng und so schien es fast normal, dass die eine oder andere angereiste Line-Dance-Gruppe kurzum die Biertische als Tanzfläche nutzte.

Der Sonntag sollte wieder ein Muss für Anhänger des Schlagers und der Stimmungsmusik sein, als absoluten Höhepunkt präsentierte das Festival die Klostertaler. "Wo mer sin is Kölle" – ihre Premiere in der Schweiz hingegen feierten die den Fasnachtsfans bekannten Höhner aus Köln. Wenn es nach den zum Teil recht textsicheren Besuchern geht, sollte dieser Auftritt nicht der letzte bleiben.

Fazit: Das Schupfart-Festival war auch 2009 ein Garant für eine am Hochrhein vielleicht einmalige Mischung aus Musikrichtungen und Publikum. Dieses Musikfestival ist einfach ein Muss, den Machern und den Hunderten Helfern wieder ein dickes Lob – für den abermals genialen Einkauf toller Bands und die absolut reibungslose Organisation.

Weitere Bilder vom Schupfart-Festival gibt es im Internet unter www.badische-zeitung.de

Autor: Susan Bersem