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16. September 2009

Erdwärmeprojekt stößt auf Skepsis

Badenova plant Probebohrungen beim Rimsinger Ei / Bei der Vorinformation im Ihringer Rat wurden auch Bedenken laut.

IHRINGEN. Skeptisch reagierten die Ihringer Gemeinderäte in ihrer jüngsten Sitzung gegenüber den Plänen des Energieversorgers Badenova, auf Breisacher Gelände am Rimsinger Ei künftig in mehreren tausend Meter Tiefe Erwärme zur Strom- und Wärmeproduktion zu nutzen. Befürchtungen wegen möglicher Erdbeben (auch im Hinblick auf das nahe Atomkraftwerk in Fessenheim) wurden laut, auch gab es Bedenken, dass es Probleme beim Grundwasser geben könnte.

Dabei ging es in der jüngsten Ratsrunde am Montag lediglich um die Information. Die Badenova will den Standort näher definieren und entwickeln und beabsichtigt deshalb geophysikalische Probebohrungen.

Bürgermeister Martin Obert machte gleich zu Beginn der Diskussion deutlich, dass es müßig sei auf die Negativbeispiele in Zusammenhang mit Erdwärme, etwa in Staufen und Basel, zu verweisen. Zumindest die Risse in Staufen hätten mit dem jetzt geplanten Projekt nichts zu tun. In Staufen habe die Bohrung viel weiter oben an der Erdoberfläche stattgefunden. Das in Basel registrierte Erdbeben von 3,2 bis 3,4 auf der Richterskala sei, so Johann-Martin Rogg von der Badenova, jedoch auch an anderen Stellen im Oberrheingraben – also auch bei Bohrungen am Rimsinger Ei – denkbar. Das Thema sei emotional behaftet, deshalb gehe Badenova auch frühzeitig an die Öffentlichkeit, so Rogg. Er ging noch einmal auf die Machbarkeitsstudien ein, die Breisach als "sehr gut geeigneten Standort" für die Nutzung von Erdwärme beschrieben hätten. Jetzt gehe es um geophysikalische Vorerkundungen, um die Nutzbarmachung der Erwärme abzuklären. Denkbar sei eine hydrogeothermale Nutzung, bei der die Bohrung noch im Sedimentbereich und etwa in 3000 Meter Tiefe ende. Die erreichten Temperaturen würden dann bei etwa 120 bis 150 Grad Celsius liegen.

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Bei einer petrogeothermischen Nutzung würden die Bohrungen mehr als 5000 Meter in die Tiefe reichen. Die Temperaturen würden dann sogar bei mindestens 170 Grad Celsius liegen. Eine oberirdische Anlage soll die thermische in elektrische Energie umwandeln. Bei einer hydrogeothermischen Nutzung sei das Erdbebenrisiko sehr gering.

Energieversorger will rund 50 Millionen Euro investieren

Rund 50 Millionen Euro will der Energieversorger für das Gesamtprojekt ausgeben. Schon alleine die Vorerkundungen kosteten annähend eine Million. Deshalb müsse laut Rogg auch noch die wirtschaftliche Seite geklärt werden. Angedacht sei die Gründung eines Firmenkonsortiums, auch sei man dabei zu erkunden, welche Abnehmer in Frage kämen.

Grundsätzlich soll bei den Voruntersuchungen ein abgesteckter Bereich mit Hilfe von Vibrationsmessungen und kleinerer Sprengungen unter die Lupe genommen werden. Rogg nannte einen Zeitrahmen von 3 bis 5 Jahren, bis eine Anlage tatsächliche in Betrieb genommen werden könne. Die Voruntersuchungen seien notwendig, um weitere Entscheidungen zu treffen.

Autor: Ulrike Ehrlacher