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28. September 2016

Es bleibt dabei: keine Abendbusse

Badenweilers Gemeinderat hat entschieden: Für die diskutierte Wiederaufnahme der Abendbusse gab’s zu wenig Stimmen.

  1. Dieses Foto vom Parkplatz West bleibt Geschichte. Mehrheitlich lehnte Badenweilers Gemeinderat die Wiederaufnahme der drei Abendbusse von Müllheim nach Badenweiler ab. Foto: Silke Hartenstein

BADENWEILER. Seit Dezember 2015 fahren die drei Abendbusse von Müllheim nicht mehr nach Badenweiler, seitdem ist in Niederweiler Endstation. Dabei bleibt es auch. Die am vergangenen Montag im Gemeinderat diskutierte Wiederauflage der drei Abendbusverbindungen der Linie 111 fand nur fünf Befürworter, acht Gemeinderäte stimmten dagegen, dazu kam eine Enthaltung. Einstimmig sprach sich Badenweilers Gemeinderat dafür aus, sich über alternative Nahverkehrskonzepte wie etwa Ruftaxis und Mitfahr-Apps zu informieren und griff damit den Vorschlag mehrerer Gemeinderäte während der intensiven Diskussion auf (Wir berichten noch).

Auch Zuhörerin Dagmar Goebes forderte energisch ein Nahverkehrskonzept. Unter den 13 Zuhörern war Martin Behringer, Leiter des Verkehrsbetriebs Markgräflerland bei der SWEG. Die SWEG betreibt die drei Abendbusverbindungen, die zwischen 20.11 und 22.15 Uhr Müllheims Bahnhof und Niederweiler miteinander verbinden. Von Dezember 2014 bis 2015 wurden diese drei Verbindungen für ein Probejahr bis zum Parkplatz West in Badenweiler weiter geführt. Im Oktober 2015 dann stimmte Badenweilers Gemeinderat mehrheitlich für deren Einstellung. Der Grund waren die niedrigen Fahrgastzahlen. Laut Fahrgasterhebungen nutzten im Durchschnitt 24 Personen die drei Abendbusse von und nach Badenweiler, dies entsprach vier Fahrgästen pro Verbindung.

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Während des Probejahres hatte sich Badenweiler mit 12 000 Euro an den Abendbusverbindungen beteiligt. Bei einer Wiederaufnahme ab Dezember 2016 wären diese Kosten auf 14 000 Euro gestiegen – dies entspricht laut aktueller Kostenermittlung der SWEG einem Viertel der Gesamtkosten von 55 700 Euro für die gesamte Abendbuslinie Müllheim-Badenweiler. Dafür würden aber auch zwei zusätzliche Abendbusse an den Wochenenden und Feiertagen fahren, was 2015 nicht der Fall war.

Müllheims Gemeinderat hielt die Abendbuslinie bis Niederweiler für 2016 aufrecht, dazu kam oben genannte Erweiterung an Wochenenden und Feiertagen. Dennoch ging die Zahl der Nutzer bis Anfang Juli 2016 an Werktagen gegenüber dem Vorjahr geringfügig auf 14 zurück, an Wochenenden wurde eine ähnliche Frequentierung fest gestellt.

Am heutigen Mittwoch, 28. September, steht die Fortführung der drei Buslinien auch in Müllheims Gemeinderat auf der Tagesordnung. Derzeit zahlt Müllheim 45 000 Euro im Jahr für die Abendbuslinien nach Niederweiler, 2017 steigen die Kosten auf 47 900 Euro. Rein rechnerisch kämen hierzu weitere 7800 Euro bei einer Weiterführung bis Badenweiler. Diesen Betrag als Badenweilers Kostenanteil anzusetzen, so die Sitzungsvorlage, sei für Müllheim indiskutabel, wie sich bei einem Gespräch mit Müllheims Bürgermeisterin gezeigt habe.

Die geforderte Kostenbeteiligung Badenweilers von 14 000 Euro pro Jahr für einige wenige Fahrgäste fand Badenweilers Verwaltung auch im Blick auf die deutlich enger werdende Haushaltssituation der Gemeinde nicht vertretbar. Die Grünen-Gemeinderätinnen Ulrike Liebisch und Angelika Mehl sahen das anders, ihre Fraktion beantragte die Wiederaufnahme der Abendbusse. Es sei für einen Kurort wie Badenweiler, so der Antrag, von enormer Bedeutung, auch spät abends noch mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar zu sein, dies gelte für Einheimische wie auch für Kurgäste. Zudem seien die Spätverbindungen dringlich in Hinsicht auf das Konus-Angebot für Kurgäste.

Das Angebot, mittels Konus-Karte das ganze Regioangebot kostenfrei nutzen zu können, werde sinnlos, wenn abends keine Möglichkeit bestünde, den Kurort mittels ÖPNV zu erreichen. Der Antrag der Grünen enthielt die Varianten einer Fortführung der Abendbusse an fünf oder an sieben Tagen pro Woche. Beide Varianten wurden mit acht Gegenstimmen bei fünf Befürwortern und einer Enthaltung abgelehnt.

Autor: Silke Hartenstein