Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

07. August 2013

Kunstpalais in Badenweiler

Werke von Ludger Schäfer: Farben zum Greifen

Im Kunstpalais in Badenweiler läuft noch bis zum 25. August eine Ausstellung von Ludger Schäfer.

  1. Ludger Schäfer vor einem seiner Werke, das auch im Kunstpalais Badenweiler zu sehen ist Foto: beatrice ehrlich

BADENWEILER. Lichtes Grün und Gelb, glühendes Rot; Holz mit Gebrauchsspuren, grob gesägt oder glatt geschliffen: In den Werken von Ludger Schäfer, die zur Zeit im Kunstpalais in Badenweiler ausgestellt werden, sind Farben und Materialien sehr konkret, sehr greifbar.

Malerei und Plastik gehen stufenweise ineinander über. So sind zunächst gemalt erscheinende Linien in den Bilduntergrund hineingesägt, sie definieren Höhen und Tiefen wie in einem Relief. Sich lösenden Kacheln ähnlich ragen bemalte Bildquadrate einige Millimeter in den Raum hinein.

Parallel angeordnete Rillen und Striche wie Höhenlinien ziehen sich als strukturelles Merkmal durch die ganze Ausstellung. Dass seine Farben harmonisch und warm wirken, ist gewollt: Der hochtechnisierten, überreizten Welt von heute will er etwas entgegensetzen, einen ruhigen Gegenpol aufbauen zum ewigen Flimmern der Bildschirme und Handygeklingel. Dabei spiele auch das Landleben in einem alten Winzerhof in Britzingen, inmitten der Familie eine Rolle. "Wenn man hier in der selbstgewählten Idylle lebt ist das etwa anderes als wenn ich in Ostberlin leben würde", sagt er. Zen-Buddhismus, die immer wiederkehrenden ornamentale Sprache der Inkas interessieren Schäfer, im Zweitberuf Lehrer, sehr. Seine Bilder schließt er erst ab, wenn sie das Haus verlassen. "So lange sie bei mir stehen, arbeite ich daran herum".

Werbung


Dabei ist auch in seinen farbenfrohen und zugleich kraftvoll rhythmisch gegliederten Bildern und Holzskulpturen nicht immer alles im Fluss. Stählerne, fest verschweißte Rahmen setzen unwillkürlich abrupte, spürbare Grenzen. Die Geschichte eines ehemaligen Holzfasses erscheint starr, Daube um Daube wurde es auseinandergenommen und auf einen eisernen Spieß aufgefädelt. Kirschholzbretter aus einem Wirtshausschrank stecken fest in langgezogenen Umrahmungen wie Klingen in der Scheide.

In Schäfers aus pastos aufgetragenen Farbschichten aufgetürmten Bildern, bleiben die Farbräume, in die er den Betrachter führen will, trotz allem auf den Bildraum begrenzt. Buchstäblich mit Händen zu greifen ist die Begrenzung in dem Bild "Guter Morgen" – der Blick des Betrachters fällt hier auf einen undurchdringlichen Vorhang in warmem Gelb.

Ludger Schäfer zeigt in Badenweiler eine große Bandbreite seines Schaffens. Neben Skulpturen und Ölbildern in verschiedenen Größen sind auch feine und überraschend transparente Arbeiten auf Papier ausgestellt. In ihnen verweist der filigrane Farbauftrag, der die wie so oft in Felder wie auf einer Landkarte eingeteilte Bildfläche in einen anregenden, rhythmischen Zusammenhang setzt, eine ganz andere, künstlerisch vielversprechende Facette im Schaffen des Malers.

Die Ausstellung: Ludger Schäfer, Malerei und Plastik, Kunstpalais Badenweiler, bis 25. August. Öffnungszeiten: Mittwoch bis Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonntag 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.

Autor: Beatrice Ehrlich