Im Nebel auf den Hausberg

Martin Pfefferle

Von Martin Pfefferle

Mi, 11. Oktober 2017

Badenweiler

BZ-LESERWANDERUNG: Bei der letzten Tour in diesem Jahr ging es von Badenweiler aus auf den Blauen und wieder hinunter.

BADENWEILER. Von Badenweiler bis hinauf zum Markgräfler Hausberg und gleichzeitig zur höchsten Erhebung des Markgräflerlandes ging es am Sonntag bei der BZ-Wanderung gemeinsam mit dem Schwarzwaldverein. Dieser Weg zum Blauen, also zu einem Höhepunkt der Region, war zugleich die letzte Wanderung in der gemeinsamen Reihe für dieses Jahr – im kommenden soll es aber eine Fortsetzung geben.

Das sagen der stellvertretende BZ-Chefredakteur und Heimatchef Holger Knöferl und der stellvertretende Präsident des Schwarzwaldvereins, Peter Wehrle, die sich beide von den eher bescheidenen Wetterprognosen nicht haben abhalten lassen. Wehrle spricht von einer guten Zusammenarbeit und "tollen Sache".

Zunächst ist das Wetter denn auch besser als befürchtet. Bei trockener Witterung geht’s bergan, bei den ersten Aussichtspunkten reichen die Blicke immerhin noch bis ins nahe Elsass – wenn auch dunkle Wolken von dorther sichtbar aufziehen. Zwar haben sich einige Wanderer vom angesagten Wetter abschrecken lassen, aber dennoch folgt eine beträchtliche Gruppe von gut 25 Personen dem Wanderführer Paul Schweizer von der Müllheim-Badenweiler Ortsgruppe des Schwarzwaldvereins und Hans-Dieter Paul, der Wissenswertes zu dem Weg auf den Blauen beisteuert. Ein Umstand ist dabei im Mittelpunkt: die Spuren des Bergbaus am Blauenhang.

Auf meist schmalen Waldpfaden geht es Meter für Meter bergauf. 740 Höhenmeter kamen am Ende so zusammen bis zum neblig-nassen Gipfelerlebnis am Blauenturm des Schwarzwaldvereins in 1165 Meter Höhe.

Aber gemach: Immer wieder dürfen die Wandererinnen und Wanderer kurz verschnaufen, wenn Hans-Dieter Paul das Wort ergreift und vor allem zu den Themen Geologie und ehemaliger Bergbau interessante Fakten erzählt. Los geht es mit einem Blick auf Badenweiler, das 4200 Einwohner zählt und dazu 4500 Gästebetten. Vorbei geht’s zu Anfang gleich am Talstollen beziehungsweise der Sophienruhe, wo heute noch Mineraliensucher nach glitzernden Steinen buddeln. Die Gruppe befindet sich dabei just auf der Verwerfungskante am Rande des Schwarzwaldes. In den schwarzen Mineralien jedoch, die hier gefunden wurden, ist der Silberanteil gering – niedriger als im Münstertal, am Schauinsland oder auch in Sulzburg.

Die ersten, die nach Erzen im heutigen Badenweiler gesucht haben, waren die Kelten, später kamen die Römer hierher – nicht nur des Thermalwassers wegen, sondern auch auf der Suche nach Silber.

An der Sophienhütte kommt Hans-Dieter Paul auch auf den Vandalismus zu sprechen, der immer wieder zu beobachten sein. Dennoch soll hier eine Panoramatafel installiert werden. Burg Baden, auf die sich ein schöner Blick eröffnet, wurde gebaut, um den Bergbau zu schützen. 1122 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. "Eine tolle Aussicht", schwärmt Raimund Manowita.

Dann geht’s im nun einsetzenden Regen weiter bergan. Das hält die Wanderer aber nicht davon ab, die Schönheiten der 14 Kilometer langen Tour wahrzunehmen. "Das ist ein wunderschöner Weg – ganz anders als der von Kandern", sagt Karin Kühn.

Oben im Nebel auf dem Blauengipfel haben fleißige Helfer vom Schwarzwaldverein Müllheim-Badenweiler Wein, Scharwaie und Gugelhupf bereitgestellt – alles findet dankbar seine Abnehmer. Und dergestalt gestärkt lässt sich der Rückweg den Blauen hinunter noch ein bisschen leichter in Angriff nehmen.

Eine Fotogalerie zur Wanderung gibt es online unter mehr.bz/bz-wanderung-blauen