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05. November 2013 14:49 Uhr

Umbau in Badenweiler

Inhalatorium: Dreiseitls Modell macht das Rennen

Die Würfel sind gefallen: Der Gemeinderat Badenweiler hat am Montag entschieden, dass das Inhalatorium nach dem Entwurf des Ateliers Dreiseitl umgestaltet wird. Im Rennen waren drei Architekten. Die Modelle, die vier Wochen lang im Rathaus ausgestellt waren, haben, wie beabsichtigt, auch etliche Bürger bewertet. In der Ratssitzung bekundeten rund 50 Zuhörer ihr Interesse.

  1. Das Inhalatorium Badenweiler soll laut Ratsbeschluss einen seitlichen Treppenaufgang erhalten. Der Entwurf gefällt auch vielen Bürgern, die im Rathaus alle Modelle besichtigen und bewerten konnten. Foto: sigrid umiger

  2. Modell des Ateliers Dreiseitl Foto: sigrid umiger

Die Entscheidung für das Atelier Dreiseitl habe der Gemeinderat vorab bereits nichtöffentlich getroffen, sagte Bürgermeister Karl-Eugen Engler. Die Nichtöffentlichkeit sei notwendig gewesen, um die Leistungsfähigkeit der Büros aus architektonischer und städtebaulicher Sicht zu bewerten. In der nichtöffentlichen und in der öffentlichen Sitzung anwesend war als Vertreter des Landes, dem Eigner der Immobilie, Peter Kirch (Amt für Bau und Vermögen), BTT-Geschäftsführer Michael Schmitz als Pächter und Irmfried Brendel als Sponsor. Der Gönner beteiligt sich an der Neugestaltung über einen notariellen Schenkungsvertrag mit 200.000 Euro und hat nach eigener Aussage bereits 50.000 Euro im Vorfeld investiert, so in Entwurfsaufträge an das Büro Dreiseitl und an den Architekten Stefan Klöber.

Zielsetzung sei die Renovierung des Bestandes, die städtebauliche Einbindung und die Darstellung der Bedeutung des Heilwassers, so Engler. Die Vorschläge von 19 Bürgern seien wichtiger Bestandteil der Entscheidungsfindung gewesen, betonte Engler. Im Entwurf des Architekten Markus Steiger komme die Einbindung der Luisenstraße zu kurz und der Wassergarten sei – wie auch von vielen Bürgern betont – gestalterisch zwar sehr gelungen, aber für die Gemeinde wegen der Wartung und Verkehrssicherheit problematisch, so der Bürgermeister.

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Bei dem Entwurf von Architekt Stefan Steiger und Irmfried Brendel sehe der Gemeinderat einen zu starken Eingriff in die Luisenstraße. Die am Sockel 16 Meter breite Freitreppe wirke überfrachtet. Diese Abwägungen hätten dazu geführt, dass die Gemeinde das Atelier Dreiseitl mit einer vertiefenden Planung beauftragen wolle. Der Auftrag beinhalte, die denkmalschutzrechtliche Situation besser einzubinden und eine Kostenschätzung aufzulisten, sagte Karl-Eugen Engler.

Da der Hauptsponsor laut Schenkungsvertrag mitreden darf, erklärte Irmfried Brendel, dass der Klöber-Entwurf seinem Wunsch am nächsten komme. Die Treppe wirke nur brachial, weil das Modell einen größeren Maßstab als die anderen habe. Er sei aber bereit dem Büro Dreiseitl, das einen neuen Entwurf ausarbeiten müsste, seine Pläne zur Verfügung zu stellen, erklärte Brendel.

Das nahm der Bürgermeister gerne an, betonte aber, dass im Schenkungsvertrag nicht festgeschrieben sei, dass der Wunsch des Gönners komplett umgesetzt werde. Peter Kirch erläuterte, dass das Land für die Bauunterhaltung und die dringende Erneuerung der Technik zuständig sei. Die Verschönerung gehöre nicht zur Pflicht des Landes, sondern sei die Kür des Sponsors und der Gemeinde.

Man habe sich für das Büro Dreiseitl entschieden, weil der Wassergarten von Steiger zu pflegeintensiv sei und der Technikraum im Entwurf Klöber unterhalb der Treppe nur schwer erreichbar sei, befand Gemeinderat Hans-Dieter Paul. Durch eine überdimensionierte Treppe würde das Inhalatorium in Konkurrenz zu anderen historischen Gebäuden treten. Daher sei die asymmetrische Lösung von Dreiseitl zu bevorzugen, so Martin Bauert. Die sehr unterschiedlichen Gesichtspunkte der Bürger zeigten, dass eine sachliche Entscheidung der richtige Weg sei, sagte Roland Nußbaumer. Für ihn sei die Freitreppe im Klöber-Entwurf vorstellbar, erklärte Gemeinderat Leonard Mayer. Er enthielt sich der Stimme. Alle anderen Ratsmitglieder befürworteten, das Atelier Dreiseitl mit einer vertiefenden Planung samt Kostenschätzung zu beauftragen.

Autor: Sigrid Umiger