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19. Juni 2017

Eine Verwandlung, die Hoffnung geben könnte

Der ehemalige palästinensische Attentäter Tass Saada hatte ein Erweckungserlebnis und setzt sich seitdem für den Frieden ein.

  1. Tass Saada in Riehen Foto: Martina David-Wenk

Als "Arafat's Sniper" ist er angekündigt und so füllt Tass Saada auch die Gedenkstätte für Flüchtlinge in Riehen. Es ist die bekannte "Vom Saulus zum Paulus"-Geschichte, die Menschen an diesem Donnerstagabend in das ehemalige Weichenwärterhäuschen in Riehen lockt. Ein Attentäter im Krieg gegen Israel, einer, der wieder Attentäter ausbildete, um wieder Menschen zu töten, will nun für den Frieden kämpfen. Und so finden sich Menschen aus der Ukraine, dem Iran und der Schweiz und Deutschland ein, und warten auf die Geschichte einer Verwandlung, die Hoffnung geben könnte in der von Gewalt erschütterten Welt.

"Thema der Gedenkstätte in Riehen sei die Versöhnung, und so passe die Veranstaltung mit Tass Saada ins Programm", sagt Dan Shambicco vom Team der Gedenkstätte. Tass Saada baute eine Wasseraufbereitungsfabrik in Jericho und jetzt eine Schule für Muslime und Juden auch in der biblischen Stadt. Die Schule ist dreisprachig, arabisch, hebräisch und englisch und will der neuen Generation das Miteinander jenseits des Hasses lehren. Dies ist der Werbeblock der Veranstaltung und deren eigentlicher Zweck. Denn Tass Saada braucht Geld für seine Schule.

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Ein Herr aus der Zuschauerreihe ruft ihm zu, er liebe Israel. Tass Saada muss schlucken, in diesen Satz einstimmen kann er nicht. Dann sagt er, noch vor einigen Jahren hätte er dies nicht sagen können. Er hat es auch heute nicht gesagt. Was er gesagt hat: Er liebe die Menschen, auch die Menschen in Israel und wolle für die Versöhnung eintreten. Zur Politik in Israel äußert er sich nicht, denn politisch sei der Nahost-Konflikt nicht zu lösen – nur spirituell. Der jüdischen Landverheißung im Buch Moses stellt er den Propheten Ezechiel entgegen, nicht nur Juden habe Gott das Land versprochen, sondern allen, die dort wohnen.

Womit der gebürtige Palästinenser die Zweistaatenlösung ablehnt und für ein Land mit verschiedenen Religionen plädiert. Zwar sollen alle Religionen in Israel ihre Berechtigung haben, doch die christliche ist dem konvertierten Muslim die liebste. Er redet vom Leben als Flüchtling in seiner Kindheit und seinem Entschluss, an der Seite Jassir Arafats den Terror gegen Israel zu unterstützen. Doch den größten Raum nimmt die Geschichte seiner Erweckung ein und was diese für ihn und seine amerikanische Frau bedeutet habe: Von Amerika nach Palästina zurückzukehren und aktiv zu werden.

Jörg Müller aus Hauingen hatte Tass Saada in Jericho kennengelernt und ihn ins Dreiländereck eingeladen. Am 16. Juni hielt er seinen Vortrag auch in der Freien evangelischen Schule.

Wer sich für das Werk Tass Saadas interessiert findet Infos unter: http://www.hopeforishmael.org

Autor: Martina David-Wenk