"In jedem Fall wird die Wasserentnahme gestoppt"

Kristina Wollseifen

Von Kristina Wollseifen

Do, 04. April 2013

Kreis Lörrach

In der Nähe des Naherholungsgebiet liegen auch Chemieunternehmen / Was machen die IWB, um die Sicherheit zu gewährleisten?.

Eingebettet in die Natur der Langen Erlen wird im Wasserwerk der IWB Trinkwasser für 210 000 Menschen produziert. Ein Blick auf die Karte aber verrät: Rund um die Langen Erlen und entlang des Rheins liegen zahlreiche Chemieunternehmen. Schädlich für das Trinkwasser seien sie aber nicht. Denn egal ob Rohwasser, Filtratwasser, Grundwasser oder Trinkwasser – an jeder Station wird die Wasserqualität kontrolliert. Regelmäßig, teilweise täglich, werden an rund 100 Stellen Wasserproben entnommen und mikrobiologisch, aber auch ganz einfach auf Geruch und Geschmack hin untersucht. Komplexe und lange Analysen werden auch gemacht, um die Qualität sicherzustellen. Entlang des Rheins befinden sich zudem mehrere Überwachungsstationen. Und die Unternehmen, besonders die Chemiefirmen, sind auch nicht aus der Pflicht entlassen: Sie müssen sich bei einem Unfall sofort bei den Wasserwerken melden. "Am häufigsten kriegen wir aber Meldungen über Ölfilmschlieren", erklärt Pascal Temmler. Sicherheitshalber wird in jedem Fall die Rohwasserentnahme gestoppt, um die Trinkwasserversorgung nicht zu gefährden. Falls es doch einmal zu einer größeren Havarie wie einem Erdbeben, durch das Rohre brechen, kommen sollte, sind die IWB auch darauf vorbereitet: Es gibt mobile Not-Chlor-Dosierungen und Wasseraufbereitungsanlagen.

Im Großen und Ganzen ist die Grundwasseranreicherung im Basler Grundwasserwerk kostengünstig. Nur die Instandhaltung des Netzes und die Abwasserreinigung sowie der Einsatz der UV-Lampen verursachen höhere Kosten. Auch der Einsatz der UV-Lampen zur Desinfektion ist energieaufwendig. Jeder der beiden Röhrenblöcke verbraucht pro Stunde im Schnitt etwa 36 Kilowatt, wobei das auch abhängt vom Wasserzufluss. In den Langen Erlen ist die Trinkwasserproduktion übrigens live mitzuerleben: Die Wässerstellen sind durch Wälle, die teils sogar Wege sind, getrennt. Dass Mensch und Tier die Trinkwasserproduktion gefährden könnten, verneinen Pascal Temmler und Erik Rummer. "Selbst wenn die Leute auf den Wässerstellen zelten, gefährdet das die Wasserqualität nicht", erklärt Erik Rummer, Mediensprecher der IWB. Denn bis dahin handele es sich nur um Oberflächenwasser, das noch versickern muss.

Auch von frei laufenden Hunden, wie sie oft in den Langen Erlen anzutreffen sind, geht aus demselben Grund keine Gefahr aus. Nur rund um die Brunnen gibt es vorsichtshalber Schutzzonen, um Hunde fernzuhalten, da dort das gereinigte Wasser wieder hochgepumpt wird. Genau wie Menschen und Hunde könnten sich auch Wildtiere auf die Wässerstellen verirren. "All das hat gar keinen so großen Einfluss wie man sich vielleicht vorstellt", sagt Pascal Temmler. Momentan werde aber trotzdem die Gesetzeslage geprüft. Temmler kann nicht oft genug betonen, dass das Wasser direkt getrunken werden kann. "Nach der Brunnenentnahme sind weniger Bakterien in dem Wasser vorhanden als im stillen Mineralwasser aus der Flasche", erklärt er.