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16. September 2013 17:22 Uhr

Messungen

Insektizid Lindan gelangt durch Sanierungsarbeiten in Basler Luft

Experten haben in der Basler Luft Spuren des giftigen Stoffes Lindan gefunden. Quelle ist die Sanierung einer Giftgrube im elsässischen Hüningen vis-à-vis von Weil am Rhein.

  1. Das Gelände der früheren Firma Ugine Kuhlmann in Hüningen, auf dem zu Beginn der 70er-Jahre Lindan offen gelagert wurde, wird derzeit saniert. Dazu wurde ein großes weißes Zelt aufgebaut. Foto: Hannes Lauber

Die vor wenigen Wochen gestartete Altlastensanierung auf dem früheren Betriebsareal der Firma Ugine Kuhlmann, die in den 70er Jahren unmittelbar vor den Toren Weil am Rheins in Hüningen das heute verbotene Insektenvertilgungsmittel Lindan herstellte, wird selbst zu einem Problem. Wie das Amt für Umweltschutz des Kantons Basel-Stadt (AUE) am Montag bekannt gab, entstehen "bei der Sanierung der Lindanabfall-Altlast in Hüningen nicht nur Gerüche, sondern auch Stäube, die nach Basel gelangen." Allerdings würden die gemessenen Konzentrationen "deutlich unter dem Prüfwert der schweizerischen Wegleitung Bodenaushub" liegen.

Damit bestätigt das AUE, was der Basler Altlastenexperte Martin Forter bekannt gemacht hat: Flattern die Sanierungszelte von Novartis in Hüningen im Wind, besteht das Risiko, dass das giftige HCH aufgewirbelt wird. Forter hatte deshalb gefordert, dass statt der Zelte stabile Hallen gebaut werden, und warnt, dass das Risiko in der Luft liege, wenn Menschen den Lindanabfallstaub einatmen.

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Vor fast genau 40 Jahren hatte der HCH-Staub, der der Wiese entlang auch Richtung Altweil geblasen wurde, dafür gesorgt, dass die Milch der Altweiler Landwirte vernichtet werden musste und Mütter davor gewarnt wurden, ihre Säuglinge zu stillen, da sich das HCH im Körper anreichere.

Gemessen wurden in Basel Werte von bis zu 282 Mikrogramm HCH pro Kilogramm Staub. Die deutsche Bodenschutzverordnung nennt für Kinderspielplätze einen Prüfwert von 5 000 und für Wohngebiete einen Prüfwert von 10 000 Mikrogramm. Die Resultate wurden Novartis und der zuständigen französischen Behörde mitgeteilt, die zum Handeln aufgefordert wurden, so das AUE.

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Autor: Ulrich Senf