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03. Januar 2012

Anrüchige Geschichten

Altlasten aus früheren Tagen der Chemieindustrie fordern auch im Baselbiet noch heute Tribut.

Chemiemüll und kein Ende. Anfang Dezember wurde mit dem Umweltgift Hexachlorcyclohexan (HCH) im Allschwiler Lörzbach ein neues Kapitel dieser anrüchigen Geschichte aufgeschlagen. Anders als bei den 2011 durch die Interessengemeinschaft der Verursacher Novartis, Syngenta und BSAF als Ciba-Nachfolgerin aufwändige sanierten Deponien Le Letten und Roemisloch, kommt das als Lindan bekannt gewordene HCH aber direkt aus Frankreich, nämlich vom Chemiekonzern Ugine Kuhlmann, der das Insektzid bis 1976 in Huningue produziert hat.

Nach den beiden Elsässer Gemeinden Hagenthal-le-Bas (Le Letten) und Neuwiller (Roemisloch) geht die Kontaminierung nach Meinung von Umweltschützern diesmal auf Betonschutt und offen auf Feldwegen abgelagerten verseuchten Kies in Hagenthal-le-Haut zurück. Das Gift werde in den Boden ausgewaschen. Ob es sich aber um Deponien der Schweizer Chemie aus den 1950er und -60er handelt oder um Ablagerungen französischer Unternehmen: Über das Grundwasser gelangen die Rückstände in die Schweiz, wo Umweltverbände seit Jahren und lauter als in Frankreich für Totalsanierungen trommeln.

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Nachdem im Vorjahr eine Initiative zu Sanierungen der drei Muttenzer Deponien auf Kosten der Industrie gescheitert war, engagiert sich seit Februar 2011 die "Allianz Deponie Muttenz" für den rückstandslosen Aushub der Deponien Feldreben, Margelacker und Rothausstraße. Bei den zwei letztgenannten soll vorab von Kantonsseite nur das Grundwasser überwacht werden. Beim Feldreben-Areal dagegen soll die Totalsanierung 2013 beginnen.

Autor: ama