Denkmal

Die sanierte Burgruine Witwald in Eptingen wird am Wochenende eröffnet

Michael Baas

Von Michael Baas

Mi, 22. August 2018 um 16:34 Uhr

Baselland

Für 300.000 Franken wurde die Ruine Witwald in Eptingen (Baselland) saniert, am Wochenende gibt es dort ein Fest.

Die Burgruine Witwald gehört zwar zu den kleineren Anlagen im "Burgenland Baselbiet", eine Bezeichnung, die darauf anspielt, dass im Gebiet des Kantons Baselland einst 80 Burgen existierten, erklärt Christoph Reding, stellvertretender Kantonsarchäologe dort. Als ein Sitz der im späten Mittelalter regional einflussreichen Herren von Eptingen gilt sie laut Reding gleichwohl als bedeutendes Zeugnis der Vergangenheit. Mit finanzieller Unterstützung der Gemeinde, des Kantons und der Eidgenossenschaft wurde das Kulturdenkmal im Oberbaselbiet nun für rund 300 000 Franken saniert. Am Wochenende wird das mit Fest und Führungen gefeiert.

Die Herren von Eptingen zählten zum nähern Umfeld der Grafen von Rheinfelden, die im 11. Jahrhundert den deutschen König stellten. Den Eptingern gelang es, bis ins 13. und 14. Jahrhundert ihre zunächst auf das Oberbaselbiet beschränkte lokale Machtstellung bis ins Unterbaselbiet nach Sissach und Pratteln und in den Sundgau auszudehnen. Um das Bölchenmassiv herum besaß das Geschlecht nach Angaben Redings zeitweise bis zu fünf Burgen.

Die Burg Witwald soll aber bereits beim großes Basler Erdbeben 1356 zerstört worden sein. 1487 wurde sie dann an die Stadt Basel verkauft und scheint rasch weiter zerfallen zu sein. 1909 kaufte schließlich Rudolf Sarasin, ein Mitglied der verzweigten Basler Patrizierfamilie, die Ruine und ließ sie ganz im Geist des damals herrschenden Historismus teilweise ausgraben und restaurieren. 1977 kam sie schließlich in den Besitz der Gemeinde Eptingen; der Zustand der Anlage verschlechterte sich in den letzten Jahrzehnten indes zunehmend.

Der Hauptturm war das Symbol der Macht

Ursprünglich verfügte die Burg nach der Rekonstruktion, die die Archäologie Baselland auf ihrer Homepage präsentiert, über einen dominierenden Hauptturm. Er war Symbol der Macht und schützte die Anlage auf alle Seiten hin. Auch wenn die defensive Lage nicht die Beste gewesen sei, wie Archäologie Baselland festhält, weil die Kuppen in der Umgebung bei der Gründung bereits durch andere Burgen besetzt waren. Auf der südlich gelegenen Felsterrasse erstreckte sich die Unterburg mit dem dreigeschossigen Palas als Wohnsitz der Burgherren. Im Hof lag eine Wasserzisterne mit Schöpfschacht. Der viereckige Bau vor dem Zugang war vermutlich ein Torturm.

Von allem dem sind heute indes nur noch geringe Spuren übrig sind, und etwa die Hälfte davon freigelegt, schildert Reding. Die andere Hälfte liege nach wie vor unter Schutt. Bei der Sanierung wurde die Burganlage nun neu ausgeholzt und der Zugang verbessert. Für die Mauerwerksanierung wurden dem historischen Mauerwerk angepasste neue Mauersteine sowie ein Spezialmörtel verwendet. Parallel hat die Archäologie Baselland die Mauerreste dokumentiert und erforscht. Für die künftige Pflege der Burgruine erarbeitet die Stiftung zusammen mit den zuständigen Fachstellen ein Pflegekonzept.
Eröffnungsfeier:

Sonntag, 26. August, 11 Uhr Festakt bei der Burgruine. Von 11.30 bis 15 Uhr gibt es eine Festwirtschaft und Führungen. Weitere Informationen unter: http://www.burg-witwald.eptingen.ch und http://www.archaeologie.bl.ch