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15. Februar 2012

Kritik am Kanton wegen Chemiemüll

Sanierung der Deponien.

MUTTENZ (sda). Die "Allianz Deponien Muttenz" (ADM) kritisiert Sanierungsvorgaben des Kantons Baselland für die mit Chemiemüll belastete alte Deponie Feldreben: Mehr als 100 Schadstoffe lägen über den zulässigen Grenzwerten; doch der Kanton fasse nur neun ins Auge, teilte ADM am Dienstag mit.

Mehr als 4000 Schadstoffe seien in der Deponie gefunden worden, mehr als hundert der 247 näher untersuchten Schadstoffe lägen über den Grenzwerten der Altlastenverordnung des Bundes. Manche davon sind laut ADM hochgiftig. Nur neun Schadstoffe würden in den Sanierungszielen des kantonalen Amtes für Umweltschutz und Energie (AUE) genannt. ADM kritisiert auch die kantonale Darstellung der Grundwassersituation: Das AUE zitiere ein Grundwassermodell des Basler Professors Peter Huggenberger einseitig verkürzt und ziehe unzulässige Schlüsse daraus. ADM zitiert den Genfer Professor Walter Wildi mit einer Warnung vor einer Fehlinterpretation. Laut ADM sind inzwischen 80 Prozent der bis 2008 im Trinkwasser gefundenen Schadstoffe auch in Proben der Muttenzer Deponien identifiziert worden. Dies belege, dass die Deponien eben doch das Trinkwasser verunreinigten. Gehe das AUE nicht schärfer vor, werde ein Rechtsstreit realistisch, hieß es mit Verweis auf Bonfol (Kanton Jura).

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Das AUE erläutert in einer eigenen Pressemitteilung das bisherige Vorgehen und die politischen Entscheide zu den Deponien in Muttenz. Im Juni 2010 habe der Baselbieter Volk an der Urne die Initiative, die eine Totalsanierung auf Kosten der chemischen Industrie verlangte, mit 62 Prozent klar abgelehnt. Das Bundesamt für Umwelt habe alle bisherigen Schritte in Sachen Feldreben-Altlast begleitet "genehmigt". AUE und Bundesamt vollzögen bei der Bearbeitungen der Altlast geltendes Bundesrecht. Die Behörden werden die neuen Vorwürfe und Interpretationen der ADM prüfen und dann Stellung dazu nehmen.

Autor: sda