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29. Mai 2015

25 neue potenzielle Lebensretter registriert

Bernauer Firma organisiert zum zweiten Mal eine Typisierungsaktion für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei.

  1. Paul Griesenauer (links) ist ehrenamtlich für die Konchenmarkspenderdatei tätig und erklärte bei der Typisierungsaktion das Verfahren: Wattestäbchen in den Mund, schon fertig! Foto: Ulrike Spiegelhalter

BERNAU (sub). Zum zweiten Mal nach 2009 wurde in der vorigen Woche bei der Firma SLG-Kunststoff GmbH in Bernau-Unterlehen eine Typisierungsaktion der DKMS, der Deutschen Knochenmarkspenderdatei, durchgeführt. Vor sechs Jahren nahmen 43 Mitarbeiter der Firma an dieser Aktion teil. "Seitdem haben wir viele neue Mitarbeiter", sagte Nadine Hasani, weshalb der Betrieb erneut zu einer Typisierungsaktion aufgerufen habe. 25 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich diesmal gemeldet, um als registrierter Spender zum Lebensretter werden zu können.

Zuvor fand für alle Mitarbeiter eine Informationsveranstaltung mit Paul Griesenauer aus Lenzkirch-Kappel statt, der im Hochschwarzwald ehrenamtlich für die Knochenmarkspenderdatei tätig ist und vor allem Spender sucht. Von ihm erfuhren die SLG-Leute zunächst, dass eine Stammzellenspende das beste Mittel gegen Blutkrebs (Leukämie) ist, eine Blutkrankheit, die jeder plötzlich bekommen kann. Dann müsse jeweils dringend ein Stammzellenspender gesucht werden, ähnlich sei es bei Lymphdrüsenkrebs.

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Man kenne damit die medizinische Lösung für diese Erkrankungen, aber oft fehlen die Spender, sagte Griesenauer, denn jeder fünfte Patient findet keinen Spender. Jede gesunde Person zwischen 18 und 55 Jahren kann freiwillig Stammzellen spenden. Von Vorteil seien jüngere Spender, da sie länger zur Verfügung stehen. Nach den Richtlinien wird ein Spender spätestens an seinem 61. Geburtstag aus dem Zentralregister genommen, informierte Griesenauer.

Alle 16 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Blutkrebs, vor allem auch viele Kinder, erfuhren die Mitarbeiter von SLG, und auch, dass bislang dank vieler Spender 46 000 Stammzellspenden die Chance auf ein neues Leben ermöglichten. Für eine erfolgreiche Transplantation müssen die Gewebemerkmale von Patient und Spender zu nahezu 100 Prozent übereinstimmen, das mache die Suche so schwierig. Deshalb sei die Wahrscheinlichkeit, einen passenden Spender zu finden, umso größer, je mehr mitmachen, betonte Griesenauer. Die Ermittlung der Gewebemerkmale sei mittlerweile kurz und schmerzlos, war zu erfahren – man braucht dafür nur zwei steril verpackte Wattestäbchen, mit denen man einen Abstrich von der Mundschleimhaut nimmt. Im Labor werden die Gewebemerkmale bestimmt, die Daten stehen dann der weltweiten Suche nach Stammzellenspendern zur Verfügung. Der Spender muss zuvor eine Einverständniserklärung unterschreiben, danach erhält er einen Spenderausweis mit seiner Spendernummer und seiner Anschrift. Die Daten werden anonym in der Datenbank registriert und können schnell mit jenen von Erkrankten abgeglichen werden. Für 80 Prozent der Erkrankten wird ein Spender gefunden, für den vorerst nach dem Wangenabstrich nichts mehr passiert. Sollte man als passender Spender für einen Patienten in Frage kommen, nimmt die Deutsche Knochenmarkspenderdatei Kontakt auf. Die Stammzellenentnahme erfolgt dann nach einem gründlichen Gesundheitscheck entweder aus der Blutbahn, seltener wird ein wenig Knochenmark aus dem Beckenknochen entnommen. Rückenmark, wie manche Spender fürchten, wird auf keinen Fall entnommen, erläuterte Paul Griesenauer.

Nach einer Stammzellenspende wird der Spender gerne darüber informiert, wie es dem Patienten geht, der die Spende bekommen hat. Nach Ablauf einer zweijährigen Anonymitätsfrist besteht unter bestimmten Voraussetzungen auch die Möglichkeit, dass sich Spender und Empfänger persönlich kennenlernen.

Nach der kurzen Prozedur bekamen die neu registrierten Spender von der SLG die "Kugelschreiber-Spritze", wie der Name schon sagt, einen Schreiber, in dessen Hülle ‚Blut‘ fließt und der wie eine Spritze aussieht.

Die Mitarbeiter der SLG haben mit ihrer Spenderbereitschaft sicher ein Beispiel statuiert, das vielleicht Nachahmer findet. Paul Griesenauer würde sich im Namen der DKMS sehr freuen.

Informationen im Internet unter http://www.dkms.de

Autor: sub