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23. August 2014

Kabel verlegen ohne große Buddelei

Stromversorger Energiedienst verlegt einen Kilometer Kabel mit Spezialpflug in Bernau / Besonders naturschonende Methode.

  1. Mit dem Kabelpflug wurde in Bernau ein 20-Kilovolt-Kabel auf einem Kilometer in die Erde verlegt. Spuren sind kaum zu sehen. Foto: Energiedienst

BERNAU (BZ). In Bernau werden Freileitungen für Strom zum Teil durch Erdkabel ersetzt. Für die Verlegung benutzte der Stromversorger Energiedienst einen speziellen Pflug, der die Schäden in der Natur gering halten sollte.

Mühelos schneidet der Pflug durch die Erde, so als sei keine Anstrengung notwendig: Was da in Bernau pflügt, ist allerdings kein gewöhnlicher Pflug, sondern ein Kabelverlegepflug mit dem ein 20-kV-Mittelspannungs-Stromkabel in die Erde verlegt wird. Ob entlang von Wegen, auf der Wiese oder auf dem Feld – die Einsatzmöglichkeiten sind sehr vielfältig, erklärt Bernfried Hug, Leiter Bau Ortsnetze bei der ED Netze GmbH (EDN).

Großer Vorteil: es gibt keinen Aushub, der gelagert und später wieder eingebaut und verdichtet werden muss, naturschädigende Vorarbeiten wie das Abtragen von Muttererde oder andere größere Einschnitte in die Natur sind nicht oder nur eingeschränkt notwendig. In Bernau wurde aktuell etwa ein Kilometer Kabel mit dem Pflug verlegt und 300 Meter in einem offenen Graben. Die Trasse verläuft von der Trafostation Poche in Richtung Trafostation Bündte bis zum Feldberggebiet.

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Aus Rücksicht auf Naturschutz und Tourismus blieb für die Maßnahme nur ein relativ enges Zeitfenster von rund zwei Monaten. "Wir haben die Arbeiten in der Rekordzeit von nur drei Wochen – vom ersten Einsatz bis zur Inbetriebsetzung – durchführen können", freut sich EDN-Koordinator Roland Matt, der die Arbeiten vor Ort leitete. Für die Kunden in der Region Feldberg werde damit eine deutlich bessere Spannungshaltung gewährleistet und auch die Versorgungssicherheit verbessert. Die Trassenwahl orientierte sich an naturschutzrechtlichen Gegebenheiten, da das Gebiet an eine Biotopzone und ein Wasserschutzgebiet angrenzt. Hier mussten die behördlichen Vorgaben unbedingt eingehalten werden. Insgesamt hat ED Netze dafür 100 000 Euro investiert, weitere 20 000 Euro kostet der Abbau der Freileitung, der für 2015 vorgesehen ist.

Seit rund fünf Jahren plant die ED Netze GmbH in mehreren Etappen für und im Skigebiet Feldberg verschiedene Maßnahmen. Die jüngste Kabelpflugverlegung war seit 2013 konkret in Planung. Es handelt sich dabei nicht um eine Einzelaktion, sondern um eine Teilmaßnahme. 2012 wurde in einem ersten Schritt bereits die Freileitung von Menzenschwand Sägeplätze zum Caritas Heim auf dem Feldbergpass verkabelt. Außerdem sind einige Arbeiten im Bereich des vorgelagerten Netzes in Menzenschwand, St. Blasien und Bernau erfolgt, die die Versorgungssicherheit und Spannungshaltung in diesem ländlichen und weitverzweigten Netzabschnitt sichern sollen. Der Verlegepflug zieht in einem Arbeitsgang mit Hilfe einer Seilwinde einen schmalen Schlitz ins Erdreich, gleichzeitig können mehrere Kabel/Rohre auf der Schlitzsohle abgelegt werden. Die Kabeltrommeln werden auf dem Pflug mitgeführt. Nach dem Verlegevorgang schließt sich der schmale Schlitz fast von selbst. Die Grasnarbe bleibt im Sinne des Naturschutzes und der Landwirtschaft erhalten. Schon in kurzer Zeit sieht man nichts mehr von dem Eingriff in die Erde.

Autor: bz