Witz, Charme und Choreographien

Ulrike Spiegelhalter

Von Ulrike Spiegelhalter

Mo, 15. April 2013

Bernau

Der A-cappella-Chor "Ohrwürmer" aus Oberried begeistert sein Publikum in Bernau mit seiner besonderen Art der Darbietungen.

BERNAU. Im Herbst 2008 waren die ‚Ohrwürmer‘ aus Oberried schon mal bei den ‚Holzwürmern‘ in Bernau und sind seitdem im Thoma-Tal in bester Erinnerung geblieben, wie Bürgermeister Rolf Schmidt in seiner Begrüßung feststellte. Am Samstag wurden die zwölf A-cappella-Männer, eine Abteilung des Männergesangvereins Oberried, wiederum stürmisch begrüßt.

An ihre Darbietungen voller Witz, Charme und humorvoller Moderationen und Choreographien erinnerten sich viele Gäste. Selten war das Forum "erlebnis: holz" so gut besucht, dass noch zusätzliche Sitzgelegenheiten gesucht und gefunden wurden. Weit über hundert Besucher, auch aus der Region, kamen in den Genuss eines ganz besonderen Abends.

Die Ohrwürmer – ein Laienchor unter der Leitung von Michael Weh – unterhielt ein begeistert mitgehendes Publikum mit einem abwechslungsreichen Programm, mit Songs und Evergreens und mit Popcomedy. Es gab Erstaufführungen, wie sie betonten, auf jeden Fall ausgesucht ausgefallene Gesangsstücke, deren Vortag mit begleitenden tänzerischen Darbietungen und passender Kostümierung das Publikum zu Lachsalven veranlasste.

Ihre Zugehörigkeit zum Männergesangverein Schwarzwald Oberried unterstrichen die Sänger zu Beginn ihres Konzerts mit dem Heimatlied vom "Alten Elternhaus, wo es Dörflein still zu Ende geht", bevor sie sich dann als die Ohrwürmer entpuppten, die zunächst musikalisch den Sommer nach Bernau brachten und dem Winter Hausverbot erteilten.

Bekannte Evergreens und Songs begeisterten, jeweils mit witzigem Vorspann angekündigt. Da wurden beispielsweise Herbert Grönemeyers Hit "Männer" und "Lass mich dein Badewasser schlürfen" von den Comedian Harmonists umwerfend komisch vorgetragen. Ein weiterer Höhepunkt war "Bauer sucht Frau": Trotz 42 Milchkühen fand der Bauer keine Frau. Dennoch behauptete er, die Herzen der stolzesten Frauen durch sein Temperament brechen zu können. Das war eine hervorragende solistische Darbietung – wesentlich besser als im Original mit dem nuschelnden Heinz Rühmann. Riesengelächter gab es im Forum beim Prinzen-Song "Mein Hund ist schwul, er macht nicht kleff, er macht nur wau", der wunderbar intoniert war, wie auch das romantisch-leidenschaftliche "Can you feel the love tonight".

Mit ihrem Erkennungslied vom Ohrwurm eröffnete die A-cappella-Gruppe den zweiten Konzertteil. Sie erfreuten mit dem Lied "Mister Sandman bring me a dream" und begeisterten mit den "Spielerfrauen".

Dass die Ohrwürmer singen spielen und tanzen können, zeigten sie beim Lied "Girls, Girls, Girls" mit verführerischen Hüftschwüngen. Herrlich vorgetragen und entsprechend mit stürmischem Beifall belohnt, folgte mit dem "King oft the road" ein Evergreen der Countrymusik. Begeistert machte das Publikum bei "Don’t worry, be happy" mit.

Gleich zweifach verabschiedete sich die "älteste Boygroup zwischen Zastler und Herzogenhorn" mit "Mein Schatz ich verlass dich, ich mache jetzt Schluss, schau nicht so traurig, es geht noch ein Bus". Doch so schnell konnten die Sänger die Bühne nicht verlassen. Mit dem Publikum als Backgroundchor gaben sie eine umjubelte Zugabe ("All the need for another") und noch eine Zweite, bevor Margret Köpfer ihnen anstelle einer Stärkung jedem eine Lauchstange überreiche. Spontan sangen sie die schöne Geschichte vom Lauch und verabschiedeten sich endgültig mit dem Gutenacht-Lied "La Le Lu, nur der Mann im Mond schaut zu". Die Zuhörer dankten dem Chor mit tosendem Beifall.