Gärtnerei Berg

In Binzen gibt es jetzt Südbadens ersten Hofkindergarten

Joachim Pinkawa

Von Joachim Pinkawa

Di, 25. September 2018 um 19:17 Uhr

Binzen

In einer Gärtnerei in Binzen hat Südbadens erster Hofkindergarten eröffnet. Der Name der Einrichtung: Gartenkinder. Am Samstag wurde dies gefeiert.

Mit den "Gartenkindern" gibt es seit Monatsanfang einen Hofkindergarten in Binzen. Mit Leiterin Lara Hell, Larissa Schweizer (Vorsitzende Kita Natura), Susanne Schuh (Erzieherin) und Mira Berg (pädagogische Kraft) an der Gitarre hießen die Gartenkinder am Samstagnachmittag zahlreiche Eltern und Gäste auf dem Gelände des genossenschaftlich betriebenen Hofkindergartens herzlich willkommen.

"Wir sind am 3. September gut gestartet und die ersten Gartenkinder bespielen und beleben bereits den Hofkindergarten hier in der Gärtnerei Berg", sagte Lara Hell bei der offiziellen Eröffnung. Mit dem Eröffnungsfest hat sich nicht nur der Traum des Teams erfüllt, sondern auch der von Gärtnereichef Stefan Berg, der selbst ausgebildeter Erzieher ist und von dem naturpädagogischen Konzept sofort begeistert war. "Sowas muss hier her", lautete sein Wunsch zu dem Konzept von Lara Hell, die die Idee dazu bereits während ihres Studiums für Bildungs- und Sozialmanagement hatte.

"Der Weg hierher war in den vergangenen fast drei Jahren ziemlich steinig", sagte Hell und nahm damit Bezug auf fehlende Fördermittel, weil der erste Hofkindergarten Südbadens nicht in den kommunalen Bedarfsplan umliegender Gemeinden aufgenommen wurde.

Binzens Bürgermeister Andreas Schneucker bestätigte in seinem Grußwort die Schwierigkeiten. Zugleich wies er auf den einstimmigen Beschluss des Binzener Gemeinderats hin, der die Zulassung dieses Kindergartens im Außenbereich ermöglicht hatte. "Sie haben einen langen Kampf hinter sich, aber der Kampf hat sich gelohnt", sagte Schneucker – und führte aus, warum er den Hofkindergarten für wichtig erachtet. In der Natur gebe es viel zu entdecken und zu beobachten: "Es gibt Insekten und Kleinsttiere, das Wachstum von Pflanzen und die Entstehung von Leben, wie zum Beispiel vom Ei zum Küken. Sie arbeiten der Entfremdung von der Natur entgegen, dies kann nicht genug gelobt werden. Und wo kann dies besser funktionieren, als bei einem Demeter-Betrieb, wie dem von Stefan Berg hier?"

Eine eindrucksvolle, poetische Beschreibung der naturpädagogischen Philosophie trug Lara Hell mit einem selbst verfassten Text vor – hier ein Auszug: "Ein Ort zum Groß-Werden, zum Wachsen – überallhin. Ein Ort, um inne zu halten, sich und andere kennen zu lernen, mit anderen zu spielen, sich zu verstehen, sich zu zanken und Kräfte zu messen. Ein Ort, um lebendig zu sein, verbunden mit Himmel und Erde. Ein Ort, Schutz zu erleben und Wurzeln zu finden, Zutrauen, Geborgenheit und Verständnis zu erfahren – für alles, was kommt, für Freude, Tränen, Mut und Eifer... Ein Ort für Kontraste und Gegensätze. Für Kreisläufe, in denen sich vieles wiederfindet. Leben und Vergänglichkeit. Frühling und Herbst. Licht und Dunkel. Neues und Altes. Ein Ort zum Lernen, um Natur zu erfahren, um Gott zu sehen. Ein Ort, an dem das Leben verständlich bleibt."

Das Gartenkinder-Team lud anschließend mit Kuchen, Kaffee und Saft bei herrlich spätsommerlichem Wetter zum Verweilen und Feiern im Garten ein.

Das Gartenkinder-Team ist erreichbar per E-Mail unter: diegartenkinder@kita-natura.de. Weitere Informationen auch im Netz unter: http://www.kita-natura.de