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17. April 2012

Mehr Muße für die schönen Dinge des Lebens

Frühjahrskonzert des Männergesangvereins Bollschweil / Mit dabei: die Trachtenkapelle und die Sänger aus Pfaffenweiler.

  1. Der Männergesangverein „Eintracht“ Bollschweil bei seinem Auftritt. Foto: Frowalt Janzer

BOLLSCHWEIL (jan). Zum Frühjahrskonzert hatte der Männergesangverein (MGV) "Eintracht" Bollschweil Liebhaber des deutschen Liedgutes in die Möhlinhalle eingeladen. Mit der Auswahl der Stücke trafen der MGV Bollschweil, Bassbariton Manuel Marc’, Gastverein MGV Pfaffenweiler und der Musikverein "Trachtenkapelle" Bollschweil den Geschmack des Publikums.

Nach der Eröffnung des Konzerts mit "Der Winter ist vergangen", einer Volksweise aus dem 16. Jahrhundert, durch den MGV Bollschweil begrüßte Vorstand Konrad Weber die Gäste, darunter die Ehrenvorstände Siegfried Diesch und Heinrich Schmutz, Ehrenbürger Willi Bechtold, die Ehrenmitglieder, Bürgermeister Josef Schweizer und die Sangesfreunde aus der näheren Nachbarschaft.

Überzeugend dargeboten wurde die romantische Weise von Franz Schubert "Im Abendrot". Mit "Lebe wohl, du schöner Wald", Felix Mendelsohn-Bartholdys: "Der Jäger Abschied" blieb der Chor auf der romantischen Spur. Spritzig vorgetragen wurde "Mir geht’s gut" (trotz Eurokrise, so Konrad Weber). Der Song im Stile der 20er Jahre wurde am Klavier begleitet von Ulrich Averesch. Starker Beifall, ein schöner Schluss des ersten Teils. Dirigent Fritz Haege strahlte zufrieden.

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Vom Schneckental ins Hexental seien sie gerne gekommen, um mit ihren Liedern Freude zu vermitteln, so der Männergesangverein (MGV) Pfaffenweiler. Er hatte sich Welthits ausgesucht. "Wo meine Sonne scheint" von Harry Belafonte, in Deutschland durch Caterina Valente bekannt geworden, "Ist sie nicht süß?" oder "Mir geht's gut!" wurde in der Version: "Sing mit mir" vorgetragen, "Wenn am blauen Himmel Sonnenschein, lass uns fröhlich sein", für das Publikum eine interessante Möglichkeit, die beiden Interpretationen des gleichen Liedes zu vergleichen. Cat Stevens Welthit "Morning has broken" erklang in der deutschen Fassung: "Singen ist Leben, Singen ist Hoffnung, Singen ist Frieden". "Über den Wolken" von Reinhard May unterstrich die Virtuosität und einfühlende Begleitung von Dirigent Paul Gross.

Kaum Lampenfieber zeigte Bassbariton Manuel Marc’ bei seinem ersten Soloauftritt. Er trug acht kurze Lieder aus dem Zyklus "Dichterliebe" von Robert Schumann nach Texten von Heinrich Heine vor, am Klavier begleitet von Fritz Haege. Manuel Marc’ wohnt seit Weihnachten 2011 in Bollschweil. Seine musikalische Vorliebe sind Lieder der Romantik von Franz Schubert und Robert Schumann. Der angehende Reallehrer für Musik, Technik und Mathematik, zurzeit Referendar an der Markgrafenschule in Emmendingen, ist für den MVG ein wertvoller Neuzugang.

Nach der Pause zeigte der MGV Bollschweil mit dem Lied: "Freude am Leben", wie man das Leben besser gestalten und genießen kann, indem man sich mehr Muße für die schönen Dinge des Lebens gönnt. Ein Lied aus dem Schwarzwald (Stammkneipe), ein italienisch gesungenes Bergsteigerlied "Signore delle Cime" und das taktbetonte Halleluja, wieder mit Ulrich Averesch am Klavier, rundeten den Auftritt der Bollschweiler Sänger ab. Die Zugabe: das Weinlied: "Im Weinparadies".

Die Sänger aus Pfaffenweiler hatten sich für ihren zweiten Beitrag internationale Ohrwürmer ausgesucht. "Conquest of Paradise" in italienischer Sprache zeigte das Klangvolumen des Chores, es folgte ein Titel aus der "König der Löwen", Glenn Millers "Flotte Melodie" und "Als Freunde kamen wir".

Der Musikverein "Trachtenkapelle" Bollschweil in schmucker Tracht setzte den musikalischen Kontrapunkt. Unter Leitung von Karl Philipp Rombach glänzten die vielen, überwiegend jungen Musikanten nach der Intrada mit einem spanischen Tanz. Hohe Konzentration forderte "Shirim", eine Melodienfolge jüdischer Lieder mit vielen Tempiwechsel. Der "Radetzky-Marsch" von Johann Strauß’ Vater traf den Nerv des Publikums. Gemeinsam mit den Bollschweiler Sängern bildete der "Bozener Marsch" den Abschluss. Welch Klangvolumen beide Männergesangvereine gemeinsam haben, zeigte sich beim abschließenden gemeinsamen Chor beim Weinlied "Auf Euer Wohl" und dem melancholischen "Bajazzo". Wie wär’s mit einem Zusammenschluss? Die Farbe der Uniform passt ja schon.

Ehrungen: Johanna Mangold und Heinrich Rombach: für 30 Jahre passive Mitgliedschaft neue Ehrenmitglieder

Autor: jan