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09. August 2011

Kleine Rasselbande erkundet die Welt

Seit fast 20 Jahren züchten Anja Strittmatter und Frauke Zimmermann in Ebnet Golden Retriever / Zucht bedeutet Verantwortung.

  1. Acht kleine Golden Retriever Welpen halten die Züchterinnen Frauke Zimmermann und Anja Strittmatter (von links) derzeit ganz schön auf Trab. Foto: Juliane Kühnemund

  2. Spielen macht müde – aber nicht lange ! Foto: Juliane Kühnemund

BONNDORF-EBNET. Ganz schön was los ist derzeit im Ferien-Landhaus-Isolde in Ebnet. Dort tummelt sich nämlich eine süße hündische Rasselbande: Acht kleine Golden Retriever Welpen haben vor einigen Wochen das Licht der Welt erblickt und halten nun nicht nur "Mama" Foxy, sondern auch ihre zweibeinigen "Rudelmitglieder" Anja Strittmatter und Frauke Zimmermann kräftig auf Trab. Um es gleich vorweg zu nehmen: Zu haben sind die Kleinen nicht mehr, alle Welpen haben bereits ihre künftigen Besitzer gefunden.

Die acht Hundebabys sind kein "Zufallsprodukt". Anja Strittmatter und Frauke Zimmermann züchten seit 1992 unter dem Namen "Joyfull Event" Golden Retriever und sie tun dies mit viel Liebe und Verantwortungsbewusstsein. "Wir legen bei unserer Zucht sehr viel Wert auf das Wesen und den Charakter der Hunde, auf eine familiäre Aufzucht und eine gute Prägung und Sozialisierung der Welpen", sagte Anja Strittmatter, deren Leidenschaft für die Rasse Golden Retriever im Jahr 1990 mit dem Einzug der acht Wochen alten Akira begonnen hat. Wenn züchten, dann richtig, war sie sich zwei Jahre später mit Frauke Zimmermann einig und das heißt, man stellt sich all den Anforderungen, die vom Deutschen Retriever Club (DRC) und vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) für die Zucht von Rassehunden gegeben sind. Zur Zucht zugelassen werden nur Hunde, die entsprechende Zulassungsprüfungen bestanden haben. Dazu gehören gesundheitliche Tests wie Hüft-, Ellbogen- und Augenuntersuchungen. Eine große Rolle spielt auch der Wesenstest. Die Hunde dürfen keine Aggression oder übertriebene Ängstlichkeit zeigen, außerdem muss der Retriever als Jagdhund auch schussfest sein. Letztlich geht es auch noch um das Aussehen, schließlich soll der Hund den Rassestandards entsprechen. Und was ist für die beiden Züchterinnen aus Ebnet nun das besondere am Golden Retriever? "Er ist sehr menschenbezogen, bindet sich eng an seine Familie und er eignet sich auch bestens als Blinden- oder Behindertenbegleithund", so Anja Strittmatter, die aber auch das Temperament der Hunde schätzt, die als Jagdhunde, mit großer Leidenschaft fürs Apportieren, sehr aktive Begleiter sind.

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"Wir bleiben mit den Besitzern unserer Hunde immer

in Kontakt."

Anja Strittmatter
Bei den jetzigen Hundewelpen (sechs Rüden und zwei Hündinnen) handelt es sich um den siebten Wurf (von insgesamt drei Hündinnen), der unter dem Namen "Joyfull Event" gefallen ist. Für Hundemama Foxy (Joyfull Event’s be my red Fox) ist es der dritte und letzte Wurf. "Wir züchten nicht auf Teufel komm raus, sondern lassen den Hündinnen nach einem Wurf immer mindestens ein Jahr Pause", sagten Anja Strittmatter und Frauke Zimmermann. Und da Foxy jetzt sieben Jahre alt ist, darf sie in den "Zucht-Ruhestand", schließlich zehren so wuselige Welpen ganz schön an den Kräften der Hündin. Die beiden anderen Hündinnen, die in Ebnet ein fröhliches Dasein führen, haben das zuchtfähige Alter ebenfalls bereits überschritten, und so darf eines der kleinen Hundemädchen aus dem jetzigen Wurf im Landhaus Isolde bleiben und die Zuchtlinie weiterführen. In diesem Zusammenhang erläuterte Anja Strittmatter, dass sie als Züchterin das Ziel habe, die beiden Linien Schönheit und Arbeitstauglichkeit zu verbinden. "Wir wollen schöne Hunde, die auch arbeiten können und gesund sind." Um hier erfolgreich zu sein, braucht es auch einen passenden Rüden. Den haben die Züchterinnen aus Ebnet für die letzten beiden Würfe in Davos gefunden. Der Rüde "Roselle Keanu for Romidas" ist nicht nur Schönheitschampion, er wurde bei der Zuchtzulassung auch als sehr arbeitsfreudig beurteilt und hat in den Bewertungen insgesamt mit vorzüglich abgeschnitten.

Alle positiven Veranlagungen, die die Welpen von ihren Elterntieren mitbekommen, können sich aber nur dann entsprechend entwickeln, wenn die Kleinen in den ersten Wochen ihres Lebens richtig geprägt und sozialisiert werden. Das heißt, die kleinen Hunde sollten so früh wie möglich mit vielen optischen und akustischen Reizen konfrontiert werden und viel Kontakt mit Menschen – groß und klein, männlich und weiblich, laut und leise – und auch anderen Tieren haben. In Ebnet nimmt man dies sehr ernst: Sowohl das Wohnzimmer als auch der Garten sind zu großen Hundespielplätzen umgebaut. Hier können die Welpen schon spielerisch entdecken, dass Flatterbänder, Tunnels, klappernde Dosen, Staubsauger oder Rasenmäher, Wippen ein Bällebad und Gitterroste keine Gefahr darstellen, sondern sich dazu eignen, mutig entdeckt zu werden. Auch mit Pferden, Hasen, Meerschweinchen und fremden Hunden dürfen die Welpen schon Bekanntschaft machen und natürlich lernen die Hundekinder unzählige Zweibeiner kennen, die bei den Züchterinnen ein- und ausgehen.

Und noch eins ist den Züchterinnen wichtig: Die künftigen Besitzer der Hunde sollten ihre neuen Familienmitglieder schon vor der Abgabe regelmäßig besuchen. Und auch nach dem Umzug der Welpen im Alter von acht Wochen gibt es regelmäßige Treffen, wo Erfahrungen ausgetauscht werden können und Tipps für die weitere Erziehung der Hunde gegeben werden. "Wir bleiben mit den Besitzern unserer Hunde immer in Kontakt", betonten Anja Strittmatter und Frauke Zimmermann.

Die liebevolle Welpenaufzucht, die wir am Beispiel der Retriever-Zucht in Ebnet beschrieben haben, wird in ähnlicher Form von vielen verantwortungsbewussten Hundezüchtern praktiziert. Leider gibt es aber auch viele "schwarze Schafe" unter den Züchtern. So werden deutschlandweit beispielsweise jährlich 20 000 Golden Retriever Welpen angeboten, aber nur 2500 davon stammen aus seriösen Zuchtbetrieben, die auch als solche vom VDH anerkannt sind.

Wer sich also ernsthaft mit dem Gedanken trägt, sich einen Rassehund als Familienmitglied ins Haus zu holen, der sollte sich im Vorfeld ausgiebig informieren.

Adressen von seriösen Züchtern findet man im Internet auf den Seiten des Verbands für das Deutsche Hundewesen unter: http://www.vdh.de Und wer noch mehr über die Welpen aus Ebnet erfahren möchte, kann dies ebenfalls im Internet tun, unter: http://www.Joyfull-event.de

Autor: Juliane Kühnemund