Neue BZ-Serie: Helfer im Ehrenamt

Die Breisacher Hospizgruppe betreut Sterbende – und deren Angehörige

Kai Kricheldorff

Von Kai Kricheldorff

Di, 12. Februar 2019 um 17:08 Uhr

Breisach

Sie haben eine anspruchsvolle Aufgabe, aber die Helfer werden dafür geschult: Seit 25 Jahren betreut die Hospizgruppe in Breisach Sterbende und Angehörige – ehrenamtlich.

Sich ehrenamtlich zu engagieren ist für viele Menschen in der Region eine fast selbstverständliche Aufgabe. Sie wissen, dass die Gesellschaft nicht als Selbstbedienungsladen funktioniert: Vereine, Hilfsorganisationen und Feuerwehren sind darauf angewiesen, dass freiwillige Helfer mit anpacken, um die täglichen Aufgaben zu erfüllen. Das Spektrum für ehrenamtliche Arbeit wächst und der Bedarf an Menschen, die sich engagieren, nimmt zu. So gut wie alle Hilfsorganisationen suchen Freiwillige, auch die Breisacher Hospizgruppe.

Eine sehr anspruchsvolle, auch psychisch anstrengende Herausforderung für engagierte Ehrenamtliche hält die Hospizgruppe Breisach des Vereins Hospizbewegung Breisgau-Hochschwarzwald bereit. Sie begleitet seit 25 Jahren Schwerstkranke und sterbende Menschen und Angehörige.

Begleiter kommen nur auf Anfrage
"Wir werden nur auf Anfrage aktiv und begleiten die Patienten in ihrer letzten Lebensphase zu Hause, im Krankenhaus oder dem Pflegeheim und unterstützen ihre Angehörigen", beschreibt Antje Hugger die Aufgabenstellung. Die Gündlingerin ist eine der drei Einsatzleiterinnen der Breisacher Hospizgruppe und auch im Vorstand der auf Landkreisebene organisierten Hospizbewegung aktiv.
Sterbebegleitung ehrenamtlich zu leisten, setzt die Ausbildung als Hospizbegleiterin oder als Hospizbegleiter sowie die Verpflichtung zur Weiterbildung voraus. Am Anfang steht ein nahezu ein Jahr dauerndes Seminar, in dem die Teilnehmer intensiv auf ihre Tätigkeit vorbereitet werden. Die Einbindung in die Gruppe und die Teilnahme an regelmäßigen Besprechungen, Supervisionen und Weiterbildungen sind Bestandteile der hochqualifizierten Arbeit.

Keine Hausarbeit oder Pflege
Dass die Ehrenamtlichen einer strengen Schweigepflicht unterliegen, versteht sich von selbst. Auch können sie die zeitliche Beanspruchung nicht frei wählen, denn sie ist immer einsatzabhängig. Zur Sterbe- und Trauerbegleitung gehören auch die Begleitung von Angehörigen und Freunden, die Beratung und Information zur Hospizarbeit und die Zusammenarbeit mit Ärzten, Pflegeeinrichtungen, dem Palliativnetz, Kirchengemeinden und anderen Institutionen. Ausdrücklich nicht zum Tätigkeitsspektrum der Hospizbegleiter zählen pflegerische und hauswirtschaftliche Tätigkeiten.

Neuer Kurs im März
"Es ist eine Aufgabe, in die man nach und nach hineinwächst, und die man auch nicht selbstlos leistet, sondern auf sich nimmt, um zu verarbeiten, was man selbst erfahren hat, und um den eigenen Verlust bewältigen zu können", erklärt Martina Bärmann die Motivation für diese Tätigkeit. Als Einsatzleiterin betreut sie Patienten in Privathaushalten und der Helios-Rosmann-Klinik sowie deren Angehörige. Im März startet ein neuer Ausbildungskurs. Für die Teilnahme ist ein geringer finanzieller Eigenbeitrag zu leisten. In einem persönlichen Vorbereitungsgespräch können sich Interessenten bei Einsatzleiterin Antje Hugger über die Schulung informieren.
Kontakt und Info: Antje Hugger, Hospizgruppe Breisach: Telefon: 07668/950212; Internet: http://www.hospizbewegung-bh.de E-Mail: hospizbuero@hospizbewegung-bh.de