Kunst und schöne Aussicht

Filz-Kunst auf dem Münsterberg

Kai Kricheldorff

Von Kai Kricheldorff

Fr, 08. Februar 2013 um 17:07 Uhr

Breisach

Dass Bildende Kunst und Narren zusammentreffen, ist eher selten. In der Münsterstadt konnte man am Freitag Zeuge einer solchen Begegnung werden.

BREISACH. Die Breisacher Filzkünstlerin Ute Bitsch enthüllte auf dem Grundstück des ehemaligen Klostergartens beim Amtsgericht ihre Filz-Installation mit dem Titel "Ich Narr vergaß die Zauberdinge".

Dabei handelt es sich um ein Zitat des Papageno aus Mozarts "Zauberflöte". Das auf einer Stele befestigte, mit Schellen versehene und in verschiedenen Rottönen gearbeitete Kunstwerk erinnert an eine Narrenkappe und ist auch von der Unterstadt gut erkennbar. Zur Enthüllung kamen Bürgermeister Oliver Rein, Künstler, Narren, Nachbarn, Fasent-Fans und Kunstfreunde auf das erstmals öffentlich zugängliche Gartengrundstück in der Kapuzinergasse 4.

Dort hat Ute Bitsch das Filzobjekt aufgestellt und dazu noch ein weiteres, kleineres Narrenkäpple aus buntem Filz, das den traditionellen Narrenspiegel aufweist. Entstanden sind beide Arbeiten im Rahmen des Projekts "Kunst.Natur.Kaiserstuhl". Gestartet wurde es 2012 von dem gleichnamigen Verein, um "die Kulturlandschaft Kaiserstuhl mit kreativen Kunstwerken zu schmücken", wie sein Vorsitzender Helmut Schöpflin aus Eichstetten erläuterte.

Bürgermeister Rein nannte das Grundstück einen "von Gott geküssten Boden", der nun wieder öffentlich zugänglich werde. Zunftmeister Wilfried Meyer von der Breisacher Narrenzunft gestand ein, dass Künstler eine "feinere Klinge als die Narren führen", beide aber in unterschiedlicher Form das zu zeigen versuchen, was die Gesellschaft darstellt.

Kunstliebhaber und Münsterberg-Bewohner Falk Herdter würdigte das Werk der Textilkünstlerin. In seiner Laudatio erinnerte er daran, dass der zu Lebzeiten gleichermaßen leidenschaftlich gefeierte wie abgelehnte Künstler Joseph Beuys (1921 – 1986) aus biografischen Erlebnissen heraus oft Filz als Material für sein Schaffen verwendete.

Ute Bitsch wünscht sich, dass ihre Installation an diesem exponierten Standort gut angenommen wird. Sie stiftete für das ehemalige Klostergrundstück gleich einen Rosenstock. Eine ganze Reihe von Sponsoren hatten Gebäckspezialitäten zur Fasent sowie Sekt und Säfte spendiert, an dem sich das zahlreiche Publikum bei der Enthüllung laben durfte. Dabei genossen die Besucher auch die herrliche Aussicht auf Kaiserstuhl und Schwarzwald. Susanne Liedtke und Bettina Schönemann-Lehre sangen dazu stimmige Lieder, zu denen sie sich auf Harfe, Akkordeon und Bratsche begleiteten.

Weitere Infos gibt es im Internet auf http://www.kunst.natur.kaiserstuhl.de