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13. Juni 2015

Ort des Miteinanders und der Ruhe

In Foncebadón wurde das Europäische Haus der Begegnung eingeweiht / Auch das Christophorus Jugendwerk hat kräftig mitgebaut.

  1. Mit Unterstützung des Oberrimsinger Christophorus Jugendwerks wurde in Foncebadón am spanischen Jakobsweg das Europäische Haus der Begegnung errichtet und nun eingeweiht. Foto: Privat

BREISACH-OBERRIMSINGEN. Im spanischen Foncebadón wurde das Europäische Haus der Begegnung am Jakobsweg eröffnet. An dem Projekt hat sich auch das Christophorus Jugendwerk in Oberrimsingen tatkräftig beteiligt.

Vor längerer Zeit schon hatte Norbert Scheiwe, der Leiter des Jugendwerks, unter dem Konzept "Pilgern und Arbeiten" ein erstes Projekt am Jakobsweg begonnen. Dabei knüpfte er über verschiedene Geistliche den Kontakt zur Diözesan-Caritas von Astorga. Aus dieser Zusammenarbeit entstand 2002 die Idee für ein internationales Begegnungshaus im Ruinendorf Foncebadón, das jetzt vollendet wurde.

Nach und nach traten etwa ein Dutzend deutsche und spanische Jugendhilfe-Einrichtungen dem Projekt bei und halfen mit Arbeitskraft und Geld bei der Verwirklichung. Unter den vielen Sponsoren, die zum Beispiel Materialien wie Zement, Gips, Holz für Fenster- und Türrahmen und Gegenstände für die Innendekoration gespendet hatten, war auch der Europa-Park Rust, der eine erhebliche Summe aus einer Benefizveranstaltung zur Verfügung stellte.

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Fast 50 Delegierte aus Deutschland, die spanische Gemeindeverwaltung von Sta Colomba de Somoza sowie die einheimischen Handwerker und Förderer versammelten sich zur Eröffnung zu einem Gottesdienst in der alten Dorfkirche von Rabanal, einer schon im Mittelalter bedeutenden Pilgerstation vor dem 1500-Meter-Pass des "Cruz de Ferro". Dabei wurde auf Spanisch und Deutsch gebetet. Die erste Choralmesse wurde in der Tradition der Benediktiner auf Latein vorgetragen. In seiner Predigt knüpfte Bischof Don Camilo an die Lesung des ersten Johannesbriefes an: "Wenn wir einander lieben, bleibt Gott in uns und seine Liebe ist in uns vollendet."

Die offizielle Einweihung des Begegnungshauses in Foncebadón begann mit einer Rede von Scheiwe, der neben seiner Leitungsfunktion im Jugendwerk auch Präsident der Badischen Jakobusgesellschaft ist. "Der Glaube, so sagt man, versetzt Berge. Ich habe dies noch nicht ausprobiert, aber ich durfte feststellen, dass der Glaube hilft, Häuser zu bauen", sagte er. Fast 25 Jahre habe er an der Vision "Pilgern und Arbeiten" festgehalten, über Rückschläge und jahrelangen Stillstand hinweg. Und nun dürfe er, im letzten Jahr seiner beruflichen Arbeit, die Einweihung feiern.

Eine Vision gegen Rückschläge und Stillstand

"Vor 12 Jahren wurden die ersten Steine des ehemaligen Pfarrhauses zur Seite geräumt, haben sich ein paar Verrückte zum Verein Hogar Europeo de Encuentro (HEE) zusammengeschlossen und immer wieder Kraft und Geld in dieses Projekt investiert." Um die 350 Personen hätten an dem Haus gearbeitet, sodass schon die Baustelle ein Ort der Begegnung geworden sei.

Ein weiteres Motto dieses Hauses sei "Teilen". Die zukünftigen Nutzer würden ihre Freude, aber auch ihre Not, ihre Stärken und ihre Schwächen miteinander teilen, um daran zu wachsen, erklärte Scheiwe. In dieser Form, Begegnung mit anderen und Rückzug zu sich selbst zu ermöglichen, sei dieses Haus ein innovatives Experiment.

Dankesworte richtete Scheiwe an die wichtigsten Förderer, denen einzelne Räume des Hauses namentlich gewidmet sind: Die Kapelle ist nach Bischof Don Camilo benannt, die Heimleiterwohnung nach P. Gaspar, der vor Ort "der Fels in der Brandung" gewesen sei und in Spanien "alle Türen zu öffnen wusste". Der Gemeinschaftsraum ist der Unterstützerin Mauritia Mack gewidmet.

Caritasdirektor Bernhard Appel, der den Initiatoren immer zur Seite stand, wollte nicht namentlich genannt werden. Nun heißt eine Hälfte des Hauses "Casa de la Caridad". Scheiwe hob aber auch alle Institutionen und jungen Helfer hervor, die viel Freizeit für den Bau in Spanien geopfert hätten. Ganz besonders dankte er den Mitarbeitern des Christophorus Jugendwerks.

Bischof Don Camilo dankte allen Aktiven und versprach die Hilfe der Diözese für die kommende Zeit. Mack bekannte in ihrem Rückblick, dass sie sich schon vor neun Jahren in Foncebadón und das Projekt verliebt habe und es nach Kräften unterstützen wolle. Sie habe es 2010 und 2011 besucht und wachsen gesehen und wünsche ihm nun die beste Zukunft.

Scheiwe bekam als Initiator des Projekts als Geschenk ein massives Rentnerbänkle und eine Holzfigur überreicht. Die Figur stellt ihn als Pilger auf dem Jakobsweg mit den typischen Symbolen Hut, Stab und Muschel dar.

Autor: bz