Wenn Gärten zu Steinwüsten werden

Frank Kreutner

Von Frank Kreutner

Fr, 29. September 2017

Breisach

Im Breisacher Rathaus wird die Fotoausstellung "Tatort Garten – Ödnis oder Oase" gezeigt.

BREISACH. "Tatort Garten – Ödnis oder Oase "ist der Titel einer Fotoausstellung, die derzeit im Breisacher Rathaus zu sehen ist. Auch in den hiesigen Gärten dominieren zunehmend Pflastersteine, Beton und Kies. Die Ausstellung dokumentiert diese bedauerliche Entwicklung.

Galten Gärten früher als Synonym für Erholung in einer farbenfrohen Natur, fällt dem Betrachter zunehmend das Grau der Steine und des Betons ins Auge, das vor allem in den städtischen Vorgärten eine immer größere Rolle spielt. Manche Experten sprechen bereits von einem ökologischen Krisengebiet.

Grund genug für die Breisacher Umweltliste (ULB) die Fotoausstellung nach Breisach zu holen und im Foyer des Rathauses einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Gerd Müller (ULB) erinnerte bei der Ausstellungseröffnung an Paragraph 9 der Landesbauverordnung, der eine Begrünung der nicht überbauten Flächen bebauter Grundstücke sogar zwingend vorschreibe, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden. Auch in Breisach sei es nicht schwierig, zahlreiche Belege dafür zu finden, dass dieses Gesetz mitunter wenig beachtet werde. Das sei gerade auch angesichts des sich abzeichnenden Klimawandels und der mit den Grünflächen einhergehenden Dämpfung der Hitzeentwicklung völlig unverständlich. Auch die Gartenarchitektin Ingeborg Lang machte deutlich, dass ein bepflanzter Garten viele ökologische Funktionen erfülle.

Angesichts der Tatsache, dass Büsche, Gras und Blumen zunehmend durch die graue Tristesse der Steine ersetzt werden, müsse man wirklich von einem "Tatort Garten" sprechen. Ihre Ausführungen wollte Lang auch als Plädoyer gegen die vermeintlich pflegeleichten Gärten verstanden wissen. Sie erinnerte dabei auch daran, dass Gartenarbeit auch Spaß mache und gesund sei.

Die Ausstellung zeigt aber auch positive Beispiele, also nicht nur die bedrückenden Steinwüsten, sondern natürlich angelegte und liebevoll gepflegte Naturgärten. Mögen diese Beispiele zukünftige Häuslebauer dazu inspirieren, sich der aktuell zu beobachtenden Entwicklung hin zum "steinernen Meer" zu widersetzen und stattdessen der Bedeutung von Naturgärten für das Mikroklima und die Artenvielfalt Rechnung zu tragen.

Die Ausstellung ist noch bis Mittwoch, 4. Oktober, zu den Öffnungszeiten des Breisacher Rathauses zu sehen.