Ein ruhiger Jahreswechsel am Kaiserstuhl

Breisacher, Ihringer und Vogtsburger starten fröhlich ins neue Jahr

Manuela Schmitt und Agnes Pohrt

Von Manuela Schmitt & Agnes Pohrt

Di, 01. Januar 2019 um 17:41 Uhr

Breisach

Vergleichsweise ruhig ist der Jahreswechsel in Breisach, Ihringen und Vogtsburg verlaufen. Lediglich in Burkheim mussten die Feuerwehren einen Garagenbrand löschen. In Merdingen kam es zu einem Dachstuhlbrand. Die Polizei Breisach berichtete von einer ruhigen Silvesternacht. In Ober- und Niederrimsingen begrüßten die Bürger mit einer gemeinsamen Feier und einem Feuerwerk am Gerätehaus das Jubiläumsjahr, in dem das 1200-jährige Bestehen der beiden Breisacher Teilorte gefeiert wird.

BREISACH/IHRINGEN/VOGTSBURG/MERDINGEN.

Gegen 0.30 Uhr wurde am Neujahrsmorgen der Vogtsburger Feuerwehr ein Garagenbrand in Burkheim gemeldet. Ursache war vermutlich ein Feuerwerkskörper, der auf das Bitumendach des Garagenanbaus gefallen war, berichtete Kommandant Harald Vögtle. Das Feuer fraß sich durch das Bitumen, das dann auf landwirtschaftliche Geräte tropfte, die in dem Schuppen gelagert waren. Etliche Geräte wurden beschädigt. Die Feuerwehrabteilungen Burkheim/Bischoffingen und Oberrotweil-Bickensohl rückten mit fünf Fahrzeugen und zirka 50 Mann aus. Der Brand konnte relativ rasch unter Kontrolle gebracht werden, auch weil die Eigentümer das Feuer rechtzeitig bemerkt und die Feuerwehr gerufen hatten. In diesem Zusammenhang lobte Vögtle die Einsatzbereitschaft der Vogtsburger Feuerwehren.

Dachstuhlbrand in Merdingen
Alarmiert worden war wegen des Brands in Burkheim auch die Breisacher Feuerwehr. Diese war mit dem Drehleiterfahrzeug aber gleichzeitig zu einem Dachstuhlbrand nach Merdingen ausgerückt. Glücklichweise stellte sich dann vor Ort heraus, dass die Unterstützung der Breisacher Feuerwehr nicht gebraucht wurde, berichtete Stadtkommandant Jochen Böhme. Nach etwa einer halben Stunde hätten die Helfer wieder nach Breisach zurückfahren können. In Breisach und den Ortsteilen gab es in der Silvesternacht und am Neujahrsmorgen keine Einsätze.

Auch für die Feuerwehrenabteilungen von Ihringen und Wasenweiler blieb der Brand in Merdingen der einzige Einsatz am Jahreswechsel, informierte Kommandant Christoph Rombach. Die Feuerwehren rückten mit 42 Mann, drei Löschfahrzeugen und Sonderfahrzeugen in den Nachbarort aus. Ein Firstbalken brannte im Dachstuhl eines Einfamilienhauses im Gratzfeldweg, berichtete Rombach. Nach Angaben der Polizei wurde das Feuer durch eine Silvesterrakete ausgelöst. Auch das Rote Kreuz war vor Ort. Über drei Stunden waren die Helfer im Einsatz. Durch das schnelle Eingreifen konnte ein größerer Schaden verhindert werden. Wie seine Kollegen aus den Nachbarorten berichtete Rombach sonst von einer ruhigen Silvesternacht. Er habe den Eindruck, dass weniger Böller als in den Vorjahren abgefeuert wurden, sagte er.

Etwa zehn Personen mussten in der Helios-Rosmann-Klinik wegen Verletzungen bei Silvesterfeiern behandelt werden. Das sei normal und im Rahmen einer Silvesternacht zu erwarten, berichtete der diensthabende Arzt in der chirurgischen Abteilung, Dr. Christoph Ewald, am Neujahrsmorgen auf Nachfrage der Badischen Zeitung. Behandelt wurden Brüche infolge von Stürzen, Hautwunden und auch Platzwunden infolge von handgreiflichen Auseinandersetzungen. Einige Patienten hätten stationär aufgenommen werden müssen, besonders schwere Unfälle habe es aber nicht gegeben.



Auftakt zum Jubiläumsjahr
Einen besonderen Jahreswechsel feierten die Bürgerinnen und Bürger von Ober- und Niederrimsingen. Zur Eröffnung des Jubiläumsjahres gab es eine gemeinsame Feier mit Sekt und Feuerwerk beim Feuerwehrhaus. Mehrere hundert Einwohner aus beiden Orten waren der Einladung gefolgt.

Die Ortsvorsteher Frank Greschel aus Niederrimsingen und Pius Mangold aus Oberrimsingen freuten sich, dass so viele das Experiment mitmachen wollten. Es sei ein toller gemeinsamer Auftakt für die Feierlichkeiten zum 1200-jährigen Bestehen der beiden Rimsingen. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Rimsingen 819. Im Laufe des Jahres sind daher in beiden Orten eine Reihe von Veranstaltungen geplant. Höhepunkt wird das gemeinsame Festwochenende vom 28. bis 30. Juni sein. Auch dann wird das große Fest für die gesamte Bevölkerung rund ums gemeinsame Feuerwehrhaus stattfinden.

In kleinen und größeren Gruppen hatten sich die meisten Besucher kurz vor dem Jahreswechsel zu Fuß auf den Weg zum Feuerwehrhaus gemacht. Dort war man sehr gut vorbereitet. Die Gäste wurden mit einem Glas Sekt willkommen geheißen. Auch sehr viele junge Rimsinger hatten es sich nicht nehmen lassen, zu dieser gemeinsamen Veranstaltung zu kommen. "Normalerweise treffen wir uns an der Kirche und schießen unsere eigenen Raketen ab, aber diesmal ist es etwas Besonderes. Hier kennt jeder jeden und das ist super", war aus ihren Reihen zu hören. Kein Wunder also, dass man sich fürs Anstoßen und den guten Wünschen für das neue Jahr ordentlich Zeit nehmen musste. Mit Spannung erwarteter Höhepunkt war das farbenprächtige Feuerwerk. Nach der kurzen Begrüßung und dem Dank von Frank Greschel ans Organisationskomitee setzte Schlag zwölf Uhr die Musik ein und die erste Rakete wurde gezündet. Mehr als 20 Minuten dauerte das Spektakel aus Licht und Musik. In allen Farben des Regenbogens jagten Raketen in die Höhe. Am Ende wurde das ans Feuerwehrhaus angrenzende Feld in ein beinahe außerirdisches rötliches Licht getaucht.

Wer am frühen Abend noch gebangt hatte, das Feuerwerk könnte buchstäblich ins Wasser fallen, durfte beruhigt aufatmen. Das Wetter hielt bis zum Ende der Veranstaltung. Allerdings dämpfte die hohe Luftfeuchtigkeit und eine dunstige Atmosphäre die Strahlkraft des Feuerwerks etwas. Trotzdem war die Begeisterung groß. "So schön hatten wir es uns nicht vorgestellt", war einer der meistgehörten Kommentare am Schluss.