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20. April 2010 13:41 Uhr
Gegen Vandalismus
Breisgau-S-Bahn wird per Video überwacht
Die Breisgau-S-Bahn steigt in die Videoüberwachung ihrer Fahrgäste ein. Das bestätigte Geschäftsführer Hans Gornik der BZ. Mit diesem Schritt soll Vandalismus eingedämmt werden.
Samstagmorgen, kurz nach sechs Uhr: Im zweiten Triebwagen der Breisgau-S-Bahn nach Freiburg ist unübersehbar eine Videokamera installiert, auf die mit einem Aufkleber im Wagen hingewiesen wird. Bislang hat es solche Kameras bei der BSB nicht gegeben. BSB-Geschäftsführer Hans Gornik erklärt der BZ auf Anfrage, zunächst sei ein Triebwagen im Zuge der Hauptuntersuchung ausgestattet worden, neun weitere sollten folgen.
Die Züge sollen vorwiegend im Elztal eingesetzt werden – hier seien, sagt der BSB-Chef, "die Vandalismus-Schäden größer". Zudem müsse die BSB, etwa freitagabends, auch problematische Fahrgäste befördern. Gornik erläuterte, man verfolge mit dem Schritt die gleichen Zielsetzungen wie andere Verkehrsunternehmen auch. Er könne sich vorstellen, dass es stabilisierende Auswirkungen hat.
Laut Gornik werden im Lauf des Jahres je vier Kameras in neun weitere Fahrzeuge eingebaut, bislang seien nur ein einzelnes Testgerät installiert, das kein Aufreger sei. Die BSB verfüge auch noch nicht über die Auswertungsgeräte. Laut Gornik sind die Videodaten bei der BSB sicher, sie würden nur auf entsprechende Anforderung der Behörden herausgegeben. Die Datenspeicher sollen ansonsten immer wieder überspielt werden. Nach Gorniks Worten entsteht der BSB im Jahr ein Vandalismusschaden von 20.000 Euro. Schäden bis 3000 Euro müsse das Unternehmen aus eigener Tasche begleichen.
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Offenbar sind Polizei und Kommunen an der Bahn aber nicht von dem Schritt informiert worden. Thomas Gerbert, Sprecher der zuständigen Bundespolizeidirektion, sagt der BZ, die Ausstattung mit Überwachungskameras sei hier nicht bekannt. Gerbert betont, im Elztal sei es relativ ruhig, ab und zu habe man mit Schmierereien oder eingeschlagenen Fahrplanvitrinen zu tun. Seine Direktion sei für sechs Landkreise zuständig, der Kreis Lörrach habe in dieser Hinsicht absolute Priorität.
Ein BSB-Mutterunternehmen, die Freiburger Verkehrs AG (VAG), hat bereits Erfahrung mit der Videoüberwachung: Die 18 Combino-Triebwagen sind seit rund eineinhalb Jahren mit Kameras ausgestattet. Sprecher Andreas Hildebrandt bewertet die Erfahrungen insgesamt positiv – nur ein einziges Mal habe sich die VAG Daten selbst angesehen; in drei Dutzend Fällen gingen die Speicher laut Hildebrandt an die Polizei.
- Tuniberg Express: Videokamera filmt in Bussen
Autor: Frank Berno Timm
