Die Oper "Kaspar Hauser"

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Do, 24. März 2016

BZCard Sonderaktion

BZCard-Verlosung zu Probe und Werkstattgespräch.

Hans Thomallas Freiburger Opern-Uraufführung "Kaspar Hauser" umkreist die ungreifbare Kreatürlichkeit eines jungen Mannes, der im Mai 1828 in Nürnberg zur Attraktion wird. Urplötzlich taucht er auf, bewegt sich sonderbar, gibt merkwürdige Laute von sich und wiederholt Gehörtes in seltsam ve
r-zerrter Sprache. Alle Versuche, das Geheimnis seiner Identität zu lüften, bleiben ergebnislos, wodurch er die perfekte Projektionsfläche für die Sensationsgier der Stadtbevölkerung bietet – eine Gesellschaft, die geradezu besessen davon ist, die Leere seiner Biographie zu füllen. Ohne Herkunft, Sprache
und Zivilisation wird er zum Objekt, an dem Geschichte exerziert wird, zum Objekt medizinischer, pädagogischer und pseudo-wissenschaftlicher Experimente. "Diese Geschichte von Kaspar Hauser will ich selber
schreiben", beginnt der Mann, der sich Kaspar Hauser nennen wird, den Entwurf einer Autobiographie,
deren Sprache zu diesem Zeitpunkt bereits so fremdbestimmt klingt, dass jede Spur einer eigenen Identität längst überschrieben ist. Mit dem Verstummen der Andersartigkeit widmet sich diese Oper einem gesellschaftlichen Phänomen, das heute noch aktuell erscheint.

Die BZCard verlost 10 x 2 Plätze zum Rahmenprogramm der Oper "Kaspar Hauser". Dieses beinhaltet die öffentliche Probe und ein Werkstattgespräch zu "Kaspar Hauser" am Montag, den 4. April, 18 Uhr, im Großen Haus am Theater Freiburg.