Goschehobel

CD: LIEDERMACHER: Fuul mit em Muul

Stefan Franzen

Von Stefan Franzen

Mi, 21. März 2012

Rock & Pop

Seit mehr als einem Vierteljahrhundert stehen die Elztäler Eberhard Jäckle und Urban Huber-Wölflle für authentisches, engagiertes Songwriting in Mundart. Diesem bleiben sie auf der sechsten CD treu, die sie am morgigen Donnerstag im Jazzhaus Freiburg vorstellen, auch wenn sie in ihren Texten die Unbeständigkeit als Lebensprinzip feiern. Aus dieser Reibung, dem Unterwegssein im Kopf und dem bewährten Soundkonzept beziehen sie und ihr Produzent Oliver Fabro mit vier Gastmusikern die Spannung für das musikalisch-textliche Material. Im Rockgewand stürmen sie als "Vagabunde" los, entwerfen – beide als Söhne von "Isebähnlern" - eine lebendige Szenerie von einem Bahnhof und setzen in "Keiner" zu schweren Stromgitarren ein Ausrufezeichen für mehr Zivilcourage und Verantwortung. Sie träumen zu ruhigeren Klängen davon, ein Adler zu sein, erkennen zu fließendem Akustik-Picking, dass man sich im Getümmel der Welt nicht verbiegen lassen sollte. Ein wenig Hannes- Wader-Duktus mit Mundharmonika hat die getragene Ballade "Schwebe", in "Zit" schleicht sich clever eine Rumba ein. Am schönsten aber sicherlich der selbstironische Crashkurs in Badisch: "Fuul mit em Muul" - das könnte ein neuer Elztäler Evergreen werden.

Goschehobel: Vagabunde (Fabro Records/erhältlich über http://www.fabro.de Release-Konzert: Jazzhaus Freiburg, morgen, Do, 22. März, 20 Uhr.