Beste Stimmung beim Musikverein

Karin Steinebrunner

Von Karin Steinebrunner

Di, 04. April 2017

Dachsberg

Urberger Musiker begeistern beim Jahreskonzert ihr Publikum / Zum 175-jährigen Bestehen steht im Mai ein großes Fest an.

DACHSBERG. Alle Richtungen von konzertanter Blasmusik über Pop bis Polka hatte der Musikverein Urberg bei seinem Jahreskonzert im Angebot, dazu eine reichhaltige Tombola mit echter Himmelsliege als Hauptpreis.

Die Stimmung in der komplett gefüllten Dachsberghalle war ausgezeichnet, die Moderatorinnen Nadja Böhler und Grete Leyde führten charmant und sachkundig durchs Programm, und natürlich vergaß der Vorsitzende Marcus Stich auch nicht, auf das groß angelegte Jubiläum zum 175-jährigen Bestehen des Musikvereins hinzuweisen, das dieser vom 25. bis 29. Mai in Urberg feiern wird. Außerdem begrüßte Stich Trompeterin Tatjana Albiez, Flügelhornist Benjamin Ebner sowie Saxophonistin Claudia Thoma, die ihr erstes Jahreskonzert absolvierten, bei den Aktiven.

Mit dem düster-unheimlichen Konzertwerk über das Schicksal der nordischen Götterwelt "Fate of the Gods" aus der Feder von Steven Reineke eröffneten die 42 Musikerinnen und Musiker einschließlich ihrer Dirigentin Elke Stich den Abend. Nach einer ersten Aufhellung der Szenerie durch Flöten und Klarinetten und einen hymnischen Trompeteneinschub konnten die Götter am Ende schließlich doch noch triumphieren.

Zum 300-jährigen Bestehen eines Musikvereins am Bodensee hatte Alexander Pfluger seinen Konzertmarsch "Allgäu 1706" komponiert, den der Musikverein Urberg fröhlich aufspielend zum Besten gab, und Siegmund Andrascheks Konzertstück über den sagenhaften "King Arthur" und seine ritterliche Tafelrunde erklang teils als mittelalterlich angehauchte Turnieruntermalung, teils als majestätisch-prunkvolles Defilee der ritterlichen Gesellschaft.

Temperamentvoll und mitreißend erklang vor der Pause eine Version des "Libertango", die Astor Piazzolla ungeachtet der für seine Kompositionen ganz ungewohnten Besetzung alle Ehre machte, und danach eröffnete eine "African Symphony" mit ostinatem Rhythmus, starken Crescendi und lebendigem Schlagwerk den zweiten Programmteil.

Viel Vergnügen bereitete dem Publikum auch ein flottes "Abba Revival", bevor "Polka-Charly" alias Vizedirigent Karl-Helmut Haselwander den Taktstock ergriff und mit seiner Interpretation der "Böhmischen Liebe" von Mathias Rauch die Zuhörer zum Mitklatschen animierte. Elke Stich tat es ihm sogleich nach und erzielte mit Mathias Gronerts "Polka mit Herz" denselben Effekt.

Eingebettet in die Orchesterwerke erklangen an diesem Konzertabend auch zwei Solodarbietungen. Die beiden Flötistinnen Carina Ebner und Grete Leyde spielten mit fliegenden Fingern ein mit klassischen Anklängen durchsetztes "Concertino Classico" von Philip Sparke, und Frank Ebner interpretierte auf dem Xylophon mit wirbelnden Schlägeln sein Bravourstück aus Giacchino Rossinis "Wilhelm Tell". Ein weiterer Soloauftritt am Programmschluss aber sollte für die Anwesenden der wahre Glanzpunkt des Abends werden. Mit beeindruckender Strahlkraft in der Stimme sang Vera Jurisch "One Moment in Time", wofür sie auch auf der Bühne von ihren Musikerkollegen Standing Ovations erntete.

Mit den Zugaben "Jasmin", diesmal wieder gesungen als Duett von Vera Jurisch und Uli Mohs, sowie der Hymne des Musikvereins Urberg als Motto für 2017 "Auf geht’s zum Musikfest" ging dieses rundum gelungene Jahreskonzert zu Ende.