Das letzte Mahl in der Luisenhöhe

Louis Groß

Von Louis Groß

Mi, 31. Januar 2018

Horben

Werner Bahner ersteigert Essen bei BZ-Auktion / Bald steht Abriss des Hotels in Horben an.

HORBEN. Das Hotel Luisenhöhe macht Platz für ein Gesundheitsresort – davor wurde jedoch noch einmal gefeiert. Im Rahmen der BZ-Versteigerung zu Gunsten der Aktion Weihnachtswunsch hatte Werner Bahner im Dezember für 3500 Euro ein "letztes Abendmahl" in den Räumlichkeiten der Luisenhöhe ersteigert und nahm dies zum Anlass, seine Geburtstagsfeier dort auszurichten.

Es ist kalt in den Fluren des einstigen Hotels Luisenhöhe. Eines der Fenster wurde provisorisch mit Holzbrettern vernagelt, hinter dem Gitter der längst geschlossenen Rezeption hängen noch immer die Zimmerschlüssel. Nur aus einem Raum dringt wohlige Wärme. Hier sitzt Werner Bahner mit seinen Gästen, umgeben von Kerzenlicht, an einer gedeckten Tafel. Dort ist nichts mehr zu sehen von der Baufälligkeit des Gebäudes. Die Wände sind behangen mit selbstgebastelten Plakaten, die Bahner oder seine Freunde zeigen.

Nachdem Bahner vergangenen Dezember im Jazzhaus mit 3500 Euro das höchste Gebot für das Essen in der Luisenhöhe abgab, habe er sofort überlegt, die Veranstaltung mit der Feier seines Geburtstages zu verbinden, erzählt er. Der Anästhesist, mittlerweile im Ruhestand, nimmt regelmäßig an den BZ-Auktionen teil. "Die Versteigerungen sind toll, es werden immer wieder Sachen angeboten, die man sonst nicht so einfach haben kann", sagt der 67-Jährige. "Ich plane für meinen Geburtstag immer etwas Besonderes", erzählt Bahner. Als großer American-Football-Fan sei er an seinem 50. Geburtstag zu einem Endspiel nach New York geflogen.

Die Luisenhöhe besucht der Freiburger zum ersten Mal. Viele seiner Gäste hätten jedoch noch gute Erinnerungen an die Zeit, in der Hotel und Gaststätte noch in Betrieb gewesen seien. "Ursprünglich war das Essen für zwölf Personen gedacht", erklärt Bahner, ohne Aufpreis habe er noch vier weitere Gäste einladen können. Auf der Speisekarte stehen unter anderem gegrillte Jakobsmuscheln, Steinpilzravioli und Tranchen vom Kalbsfilet mit Trüffeljus.

"Anfangs war die Idee, einen der alten Zimmerschlüssel in Verbindung mit einem Übernachtungsaufenthalt im neuen Gesundheitsressort zu versteigern", erklärt Toni Schlegel, Miteigentümer der Luisenhöhe. Dies habe aber doch noch ein wenig zu weit in der Zukunft gelegen. Stattdessen habe man beschlossen, in der Luisenhöhe noch "ein letztes Abendmahl" zu veranstalten.

Zwei Tage lang sei der Raum, in dem Bahner und seine Gäste feiern, beheizt worden, erzählt er. Die Küche des Greiffenegg-Schlösschens in Freiburg, dessen Besitzer Schlegel ist, bereitete das Essen für die Festgesellschaft zu. Den Service übernahm das Dorint Hotel in Freiburg.

Schlegel selbst gab an diesem Abend einen Einblick in die Planung des neuen Bauprojekts. Bis Mitte 2020 rechnet er mit der Fertigstellung. "Wir haben den Bauantrag eingereicht und hoffen, im Frühjahr die Baugenehmigung zu erhalten", sagt er. Danach stehe einem Abriss und dem Baubeginn des Gesundheitsresorts mit Wellnessangeboten nichts mehr im Wege. Neben den mehr als 80 Zimmern sei auch ein großer Gastronomiebetrieb, auch für Nicht-Hotelgäste, vorgesehen.