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25. Juli 2009 19:42 Uhr

Seilbahn repariert

Defekt an der Schauinslandbahn ist behoben

Seit Sonntagmorgen fährt die Schauinslandbahn wieder, gerade rechtzeitig zur ADAC-Schauinsland-Klassik. Die für Samstag angesetzte Nachtfahrt jedoch ist wegen eines technischen Defekts ausgefallen.

  1. Dieser Ausblick blieb den Gästen der Schauinslandbahn am Samstagabend verwehrt. Foto: www.bitou.de

Samstag, 14.45 Uhr: Ein Ruck geht durch die über dem Schauinslandhängen schwebenden Seilbahnkabinen, sie werden langsamer. Um 14.50 Uhr erneut ein Ruck, diesmal stärker, jetzt bewegt sich nichts mehr. Kurz darauf knistert der Lautsprecher: "Sehr verehrte Fahrgäste, die Fahrt wird in wenigen Minuten fortgesetzt." Nach zehn Minuten erneut eine Durchsage, es gebe Probleme mit der Technik: Die Kabinen würden zu den Stationen zurückgezogen, von denen sie gekommen sind. Der Rückwärtsgang erlaubt aber nur eine geringe Geschwindigkeit, vom ersten Ruckeln bis zu dem Zeitpunkt, da alle Fahrgäste wieder dort ausgestiegen sind wo sie eingestiegen sind, vergehen rund 45 Minuten. Manche Fahrgäste sind so mehr als eine Stunde in den Kabinen gefangen. Weil die zuweilen kräftig ins Schaukeln geraten, ist es ein großes Abenteuer für manchen Fahrgast, aber bei bester Fernsicht nur ein kleines Unglück. Großes Pech ist es dagegen für den Seilbahnbetreiber VAG, immerhin wird für die später geplante Nachtfahrt ein Fahrgastansturm erwartet.
EIN ERSATZBUS IST SCHNELL GEFUNDEN

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Die VAG reagiert schnell. Ein Bus der Linie 21 Güntestal-Horben wird aus dem Fahrbetrieb genommen und düst sofort die alte Rennstrecke hinauf, um dort die Fahrgäste in Empfang zu nehmen, deren Kabinen wieder hinaufgezogen worden sind. Alle kommen sicher zur Talstation. Mit einem zweiten Bus, der vom VAG-Betriebshof startet, wo beim Tag der offenen Tür der VAG noch unverdrossen die Werbetrommel für die Schauinsland-Nachtfahrt geschlagen wird, wird gemeinsam mit dem abgezogenen 21er-Bus ein Pendelverkehr den Schauinsland hinauf eingerichtet.

Indes haben die Techniker den Fehler rasch gefunden: Der sogenannte Verzögerer in der Talstation streikt, genauer dessen laut Seilbahnchef Wolfgang Wagner erst vor eineinhalb Jahren eingebaute elektronische Steuerung. "Zum Glück haben wir einen Ersatz dafür da", sagt Wagner, der von zur Hause zur Station geeilt ist. Der Verzögerer bremst die mit bis zu vier Metern pro Sekunde talwärts sausenden Kabinen in der Station auf 0,4 Meter/Sekunde ab, ohne diese Bremse wären die einschwebenden Kabinen auf die vor ihnen angekommenen gekracht. Zwar hätten die Kabinen nach Aussage eines VAG-Mitarbeiters vor Ort von Hand abgefangen werden können, doch dafür hätte es mindestens drei Mitarbeiter gebraucht und so viele freie Kräfte hat die VAG nicht in der Talstation präsent. Deshalb war bei den Kabinen der Rückwärtsgang eingelegt worden.

NACHTS NUR PROBEFAHRTEN OHNE PASSAGIERE
Trotz vorhandenem Ersatzteil, gefundenem Fehler und eiligst herbeigeeilter Verstärkung schaffen es die Mitarbeiter nicht, die Seilbahn bis zum Beginn der Nachfahrten um 18 Uhr wieder in Gang zu setzen. Frühe Fahrgäste des Abends müssen noch mit den Bussen vorlieb nehmen, die ersten beiden sind proppevoll. "Die Leute freuen sich, dass die Fahrt gratis ist, das ist derzeit das einzig Positive." Um 19 Uhr dann Hoffnung: Die Steuerung ist ausgetauscht und es schweben wieder Kabinen den Berg hinauf und hinab - allerdings zunächst ohne Passagiere. Trotz Eile: "Wir müssen natürlich erst Probefahrten machen", sagt Betriebsleiter Wagner. Zu Recht, denn um 19.30 meldet Wagner wieder Stillstand, ein weiterer Defekt sei aufgetreten. "Wir fahren jetzt bis auf weiteres wieder mit Bussen, vielleicht können wir ja die Gäste später mit der Seilbahn nach unten bringen", sagt der Seilbahnchef leicht resigniert.
Gegen 22 Uhr starten die Techniker erneute Probefahrten. Es klappt, aber zu spät für die nächtlichen Besucher, Fahrgäste dürfen keine mitfahren.
Die Busse verkehren bis Mitternacht. Wenigstens haben die Techniker mit ihrer Nachtschicht dafür gesorgt, dass für Sonntag wieder alles paletti war, denn der Tag des Autorennens ADAC-Schauinsland-Klassik ist laut Wagner stets der umsatzstärkste Tag: "Nicht auszudenken, was gewesen wäre, wenn die Bahn heute morgen immer noch nicht gelaufen wäre", sagt deshalb am Sonntagmorgen Seilbahnchef Wagner erleichtert.

Autor: sm