Aktuelles stößt auf Historisches

Claudia Bachmann-Goronzy

Von Claudia Bachmann-Goronzy

Sa, 26. Januar 2019

Denzlingen

Der neue Denzlinger Jahresrückblick ist fertig / Fast 300 Beiträge zählt das Heft, das der Heimat- und Geschichtsverein herausgibt.

DENZLINGEN. Es ist die 22. Auflage des Denzlinger Jahresrückblicks, der nun den Sponsoren und Gönnern im Rathaus vorgestellt wurde. "Dieses Heft ist nur machbar, weil sich in Denzlingen viel bewegt und sich vieles dreht", sagte Bürgermeister Markus Hollemann.

In dem 82 Seiten starken Heft, das vom Denzlinger Heimat- und Geschichtsverein herausgegeben wird, sind 296 Beiträge zum vergangenen Jahr zu finden. In ihnen werden 376 Menschen erwähnt. Die beiden verantwortlichen Redakteure, Dieter Ohmberger und Helmut Kunkler, hatten das ganze Jahr über mit dem Zusammenstellen und Ausfertigen zu tun. Rund 100 Stunden sitze er übers Jahr an den Texten, erklärte Kunkler und machte auch deutlich, dass kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben werden könne. Er habe sich auch in diesem Jahr wieder bemüht, die aus seiner Sicht originellsten Ereignisse festzuhalten.

Dieter Ohmberger hat in dem neuen Heft sieben geschichtliche Themen aufgegriffen, die zum Teil mit Ereignissen im vergangenen Jahr korrelieren. Ein Beispiel dafür ist der Neubau der Raiffeisenbank, der im November 2018 eröffnet wurde. Ohmberger hat für das Heft Fotos vom ersten Bankgebäude aus dem Jahr 1965 und dem Um- und Neubau im Jahr 1984 zusammengetragen.

Als besonderes geschichtliches Ereignis hat Ohmberger die Geschichte des Eisenbahnbaus für Denzlingen zusammengetragen, da dieser für die Entwicklung der Gemeinde eine große Rolle spielte. "Am 31. Juli 1845 wurde in Denzlingen der offizielle Bahnbetrieb aufgenommen und der Großherzog war mit dabei", ist im Heft zu lesen. Dazu gibt es Auszüge von Veröffentlichungen in der damaligen Freiburger Zeitung. Ohmberger erinnerte daran, dass sich durch die Bahn Fabriken und weitere Unternehmen in Denzlingen angesiedelt hatten. Neben dem Bahnhof stand die Güterhalle, bei der auch Nachbargemeinden ihre Waren abholten.

Einen ausführlichen Bericht hat Ohmberger über die vor 150 Jahren getroffene Bürgerentscheidung, am südlichen Abhang des Einbollens eine Rebanlage zu pflanzen, zusammengestellt. Es war 1868, und die Gemeinde hatte finanzielle Probleme. Und mit einer Rebanlage ließ sich gutes Geld verdienen. Von den 245 stimmberechtigten Bürgern waren 214 am 6. November 1868 erschienen, wie in dem Bürgerausschussprotokoll zu lesen ist. 194 Bürger stimmten für die Abholzung des Waldes und Umwandlung zur Rebanlage, wie damals Ratsschreiber Andreas Schillinger festhielt. Bürgermeister war Johann Georg Nübling.

Viele spannende und bunte Geschichten und Erinnerungen an das Jahr 2018 sind im Denzlinger Jahresrückblick ebenfalls zu lesen. Zum zweiten Mal erscheint das Heft, das eine Auflage von 600 Stück hat, in Farbe. Derzeit wird an einem neuen Layout gebastelt, auf das sich die Leser vermutlich im nächsten Jahr freuen dürfen, wie Patrick Dirr vom Medienhaus Denzlingen in Aussicht stellte.

Nach seinem persönlichen Highlight befragt, sagte Helmut Kunkler "jedes Ereignis ist ein Highlight", wobei ihn ein Bild von Fasnacht mit Bürgermeister Hollemann besonders erfreut habe.

Der Denzlinger Jahresrückblick kann für 2,50 Euro gekauft werden an der Rathauspforte, bei Schreibwaren Markstahler, in der Mediathek, in der Buchhandlung Losch, am Bahnhofskiosk, bei Toto-Lotto Allgeier, in der Bäckerei Dick und im Hofladen Schwab.