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31. Januar 2014

Sanitäre Anlagen

Am Dorfplatz sollen Toiletten für Behinderte entstehen

Denzlingens Gemeindeverwaltung und die Vereine suchen nach einem WC-Standort beim Dorfplatz – ohne Betroffene zu fragen.

  1. Im Gaus-Haus (links) oder hinter der Heimethues-Scheune (rechts) werden Standorte diskutiert. Foto: Frank Kiefer

DENZLINGEN. Der Dorfplatz beim Heimethues wird von den Denzlinger Vereinen gerne angenommen. Bei den Hocks im Sommer greift die vorhandene Infrastruktur aber zu kurz. Lediglich in der Zunftstube der Welschkorngeister und im Heimethues, das sich der Schwarzwaldverein mit dem Heimat- und Geschichtsverein teilt, gibt es kleine Toiletten. Bislang wurde bei Festen ein mobiler Toilettenwagen aufgestellt. Zusätzlich sollen dort feste "Örtchen" für Behinderte entstehen, die bei allzu viel (An-)Drang auch dauerhaft für Abhilfe sorgen sollen.

Außer den Narren, den Wanderern und den Vertretern des Geschichtsvereins nutzen auch die Landfrauen und die Concordia den heimeligen Festplatz im Unterdorf. Gerade bei den Hocks der Concordia zu Himmelfahrt, der Welschkorngeister zu Beginn der Sommerferien und der Landfrauen Mitte August zieht es viele Daheimgebliebene ins Unterdorf; Gleiches gilt auch für den Tag der Heimat Anfang September.

Zusammen mit den beteiligten Vereinen saß die Denzlinger Gemeindeverwaltung Mitte Januar zusammen, um am Ende vier Standorte für Behinderten-WCs zu präsentieren: im Gaus-Haus integriert oder als Container-Modul neben der Scheune des Heimethues oder an der Grenzwand zum "Rebstock"-Areal oder neben der Trafostation beim Gaus-Haus.

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Zwar seien Wasser und Strom im Gaus-Haus, Probleme gäbe es aber mit dem sechsprozentigen Rampenanstieg um die Ecke für Rollstuhlfahrer. Zudem sei die Decke mit zwei Metern Höhe zu niedrig, und es müsste in die Fassade eingegriffen sowie die Türen erweitert werden. Aus diesem Grund lehnte die Verwaltung den Standort ab. Kosten: bis zu 25 000 Euro.

Der zweite Standort befindet sich hinter der Heimethues-Scheune unter der Linde auf dem Rasen neben der Zunftstube. Dort liegen Wasser und Stromanschlüsse nahe, zudem hätten die Behindertentoilette als Modul, ein Sanitärblock und ein mobiler Toilettenwagen dort auch Platz, zumal darüber hinaus auch die WC-Anlage in der Zunftstube genutzt werden könnte. Doch harmoniere dies nicht mit dem Platzensemble. Eine Holzverschalung wäre notwendig und der Toilettenwagen könnte nur auf Umwegen dort platziert werden. Kosten: 25 000 Euro zusätzlich die Holzeinhausung.

Ein weiterer möglicher Standort wäre südlich der Trafostation als Fertigmodul mit Holzverkleidung und Biberschwanzziegeln. Höhere Erschließungskosten stehen der zentralen Lage entgegen, zumal ein Baum und Sitzsteine versetzt werden müssten. Kosten: 28 000 Euro.

Favorit war der Standort nahe dem "Rebstock". Geringe Anschlusskosten und die Nähe zu den vorhandenen Toiletten ohne Holzverschalung bringen finanzielle Vorteile. Optischer Nachteile ist, dass die Behindertentoilette nach einem Baucontainer aussehen würde. Kosten: 20 000 Euro.

Verwaltung und Vereine hatten die Rechnung jedoch ohne Gemeinderat gemacht. Zwar ist Geld im Haushalt 2014 vorgesehen, doch bedauerte FDP/-BL-Gemeinderat Christian Meyer als Betroffener, dass man den Ortstermin ohne Behinderte gemacht hatte. Er beantragte ein Absetzen von der Tagesordnung: "Von den Betroffenen ist keine Meinung eingeholt worden." Bürgermeister Hollemann will nun den Behindeten-Obmann im Landkreis einschalten; die SPD hielt die favorisierte Variante für eine Zumutung und plädierte wie auch die CDU fürs Vertagen der Entscheidung. Die Denkpause werde allen zugutekommen, so FDP/BL-Gemeinderat Arnfried Kapp-Schwoerer.

Autor: Frank Kiefer