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23. März 2017

Dachsanierung noch dieses Jahr

Denzlingens Pläne für das Gaus-Haus finden beim Denkmalamt Zustimmung, nur Keller kann nicht als Museum genutzt werden.

  1. Der Eingriff in die historische Bausubstanz des Gaus-Hauses soll möglichst behutsam sein. Aus diesem Grund sprachen sich die Denkmalpfleger auch gegen einen zweiten Rettungsweg aus. Foto: Max Schuler

DENZLINGEN. Noch in diesem Jahr soll das Gaus-Haus in Denzlingen ein neues Dach bekommen. Dieses Versprechen gab Bauamtsleiter Carsten Müller in der Gemeinderatssitzung ab. Knapp 400 000 Euro wird die komplette Sanierung des historischen Fachwerkhauses kosten. Wie genau die Nutzung des Hauses später aussehen soll, darüber muss noch diskutiert werden. Ursprünglich sollte der Keller des Hauses als Ausstellungsraum genutzt werden – doch der Denkmalschutz durchkreuzt diesen Plan.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat bei einer Begehung vor Ort im Wesentlichen den Plänen für die Sanierung zugestimmt. Allerdings sahen diese im Keller auch einen zweiten Rettungsweg vor. Ein solcher wäre notwendig, um das Untergeschoss beispielsweise für Ausstellungen zu nutzen und dem Publikumsverkehr uneingeschränkt zugänglich zu machen. Doch das Denkmalamt sah im Bau eines zweiten Rettungswegs einen zu großen Eingriff in die historische Bausubstanz des markanten Fachwerkhauses.

Ohne Fluchtweg gibt es aber keine Genehmigung vom Landratsamt. Daher soll das Untergeschoss als Wein- und Obstkeller genutzt werden. Der Untergrund besteht aus gestampftem Lehmboden, auf den künftig Pflastersteine gesetzt werden sollen. Um Fördergelder zu kassieren, muss die Gemeinde nachweisen, dass das Gebäude öffentlich genutzt werden kann. Nach der Entscheidung des Denkmalamtes bleibt in den Plänen jetzt nur noch das Erdgeschoss uneingeschränkt öffentlich zugänglich – dort sollen Wände rausgebrochen und ein Veranstaltungsraum geschaffen werden. Im Dachgeschoss befindet sich später zudem ein Technikraum für das Haus.

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"Den Keller kann man also nicht wirklich nutzen. Wer geht dann da rein?", fragte Guido Echterbruch (CDU). Eine Museumsnutzung sei zwar nicht möglich, aber Bauamtsleiter Müller befindet sich in Gesprächen mit dem Denzlinger Heimat- und Geschichtsverein. Es sei laut Müller denkbar, zu bestimmten Anlässen für eine begrenzte Anzahl von Personen Vorführungen im Keller anzubieten und zum Beispiel das Schnapsbrennen zu demonstrieren.

Laut Planer Dieter Hölken haben sich die Kosten durch den Wegfall des zweiten Rettungsweges um 12 000 Euro reduziert. Die Dachsanierung wird in einem ersten Bauabschnitt in Angriff genommen – dafür votierte der Rat einstimmig. Die Vergabe der Bauleistungen für die Dachsanierung soll im Mai 2017 geschehen. 20 Räte waren zudem dafür, die Empfehlungen des Denkmalschutzes umzusetzen, ein Rat stimmte dagegen. Ende des Jahres will der Rat dann über weitere Sanierungsschritte entscheiden.

Wie sieht es im Inneren des Gaus-Hauses in Denzlingen aus? Fotos im Internet unter mehr.bz/gaus-haus

Autor: Max Schuler