Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

10. April 2017

Aktion

Denzlinger sammeln säckeweise Müll bei der Dorfputzete

„Wer sein Dorf liebt, der hält es sauber“, findet Alexander Wagner. „Das macht man zu Hause ja genauso.“ Gemeinsam mit rund 20 anderen Freiwilligen ist er am Samstagnachmittag in Denzlingen unterwegs. Zwei große, blaue Müllsäcke sind bereits prall gefüllt.

  1. Pizzakartons, Flaschen, Chipstüten: Fünf blaue Müllsäcke haben die Brüder Philipp und Adrian gefüllt. Foto: Anja Kunz

  2. Foto: Anja Kunz

DENZLINGEN. "Wer sein Dorf liebt, der hält es sauber", findet Alexander Wagner. "Das macht man zu Hause ja genauso." Gemeinsam mit rund 20 anderen Freiwilligen ist er am Samstagnachmittag in Denzlingen unterwegs. Zwei große, blaue Müllsäcke sind bereits prall gefüllt. Nun wandern leere Chipstüten, Pizzakartons, Papierfetzen und Zigarettenpackungen, die Wagner entlang der Hauptstraße einsammelt, in den dritten Sack. Zum sechsten Mal schon hat der Denzlinger Heimat- und Geschichtsverein zur Dorfputzete aufgerufen.

"Wir wollen ein Zeichen setzen gegen die Wegwerfmentalität", sagt Joachim Müller-Bremberger, der erste Vorsitzende des Vereins. "Und natürlich wollen wir unseren Ort von Müll und Unrat befreien". Denn die Unsauberkeit führe unweigerlich zu Vandalismus und damit entstehe bei der Bevölkerung ein Gefühl der Unsicherheit.

Müller-Bremberger packt selbst mit an. Gemeinsam mit einigen Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak reinigt er ein brachliegendes Grundstück, auf dem sich besonders viel Abfall angesammelt hat. Winzige Papierfetzen werden mit der Greifzange aufgehoben, leere Flaschen in einer Extratüte zum Glascontainer transportiert. "Im vergangenen Jahr waren es mehr als 30 Leute, die bei der Putzaktion mitgemacht haben", erinnert sich der Initiator. "Aber das schöne Wetter und der Ferienbeginn hat vielleicht manche davon abgehalten, zu kommen."

Werbung

Besonders vermüllt sei jedes Jahr die Denzlinger Bahnhofsgegend, weiß Müller-Bremberger, der allen Beteiligten rät, Handschuhe zu tragen. "Dort liegen Flachmänner, Scherben, Spritzen." Auch entlang der Radwege rund um die Gemeinde sei besonders viel Unrat im Gebüsch und am Wegesrand zu finden.

"Eigentlich müsste es einen Mülltag im gesamten Landkreis geben", schlägt der Vereinsvorsitzende vor. Ein Tag, an dem alle mithelfen, ihren Wohnort sauber zu halten. Die einzigen Kinder, die bei der Dorfputzete mitmachen, sind der zehnjährige Adrian und sein siebenjähriger Bruder Philipp. Was hat die beiden motiviert, den Müll von anderen wegzuräumen? "Wir finden die Zangen so cool", erzählt Adrian. "Und das Vesper, das es nachher für alle gibt."

Während die Brüder mit ihrer Mutter durchs Dorf ziehen und insgesamt fünf Müllsäcke füllen, bereiten Ruth Nübling und Roland Zimmermann vom Heimat- und Geschichtsverein gemeinsam mit einigen Helfern eine Brotzeit für alle Freiwilligen in der Sporthalle zu. Dort ist der Treffpunkt nach getaner Arbeit. Währendessen fahren die Mitarbeiter des Bauhofs los, um überall im Dorf die blauen Säcke, die die Freiwilligen an markierten Stellplätzen deponiert haben, einzusammeln und zu entsorgen.

"So viel Müll wie in den vergangenen Jahren kam diesmal nicht zusammen", resümiert Roland Zimmermann. Je mehr Leute helfen, desto effektiver falle die Säuberungsaktion aus.

Autor: Anja Kunz